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Mehr Jobs und Markterfolg dank Öko-Innovation - gefördert von der EU

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Mehr Jobs und Markterfolg dank Öko-Innovation - gefördert von der EU

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Ökologische Innovation: ein guter Weg, um sein Unternehmen zu entwickeln, neue Märkte zu erobern und Stellen zu schaffen. Die Ökoindustrie gibt inzwischen 3,4 Millionen Menschen in Europa Lohn und Brot. Den kleinen und mittelständischen Unternehmern mangelt es dabei nicht an guten Ideen – auch in Kroatien, das am 1. Juli der EU beitritt.

Ein Musterbeispiel aus Zagreb: Zwei Kleinbetriebe stellen Lärmschutzwände her, die zu 40 Prozent aus alten Autoreifen bestehen – und eins der besten Schallschutzniveaus auf dem Markt bieten.

Die Wände sind das Ergebnis eines Projektes, das 2009 im Rahmen des EU-Programms Öko-Innovation startete. Der eine Kleinbetrieb, Gumiimpex, verwertet gebrauchte Autoreifen und stellt daraus ein Pulver her, das als Grundmaterial für die Lärmschutzmauern dient. Geschäftsführer Bamir Kirić hofft, dank des Projekts rund dreißig neue Mitarbeiter einstellen zu können und die Produktionskapazität zu verdoppeln.

Der zweite Betrieb, Beton Lučko, mischt das Altreifen-Pulver mit Beton und gießt daraus die Lärmschutzwände. Auch hier könnten bis zu 60 neue Stellen entstehen, um die Nachfrage zu decken. Managerin Danica Jelenić frohlockt: “Das hat uns die Türen geöffnet. Wir rechnen mit einer Umsatzerhöhung von 25 Prozent, in Kroatien, aber auch in den Nachbarländern.”

Sie hat persönlich in das Unterfangen investiert, wie die übrigen Projektkollegen: 355.000 Euro war ihr die Sache wert – ohne Bedauern: “Die Teilnahme an diesem Projekt hat wirklich unsere Position gestärkt. Die Konkurrenz sieht uns jetzt als ernstzunehmenden Marktteilnehmer an.”

Das europäische Programm Öko-Innovation fördert solche Projekte finanziell. 200 sind es derzeit – über ganz Europa verteilt.

Das Zagreber Projekt wurde an der Universität der Stadt von Professor Stjepan Lakušić ins Leben gerufen. 50 Prozent, d.h. eine halbe Million Euro, schießt das EU-Programm zu. Jetzt, da die Lärmschutzwände entwickelt sind, wollen die Unternehmer die Technologie auch an Nachbarstaaten verkaufen, die an Recycling-Möglichkeiten für Altreifen sehr interessiert sind.

“Ein Kilometer Lärmschutzwand von einem Meter Höhe benötigt 65 Tonnen Altreifen, das sind 8.000 gebrauchte Reifen”, erklärt Projektkoordinator Stjepan Lakušić.

Erste potentielle Kunden signalisierten Interesse – auch weil es sie billiger kommen könnte: “Durch die Verwendung recycelten Materials sparen wir zehn bis achtzehn Prozent gegenüber vergleichbaren Materialen, die auf dem Markt sind”, so Lakušić.

Der Schlüssel zum Erfolg? Ist für Damir Kirić “vor allem die Entwicklung von Produkten auf Basis wiederverwerteter Materialen, die Investition in den Menschen und in neue Technologien.”