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Stellen Abschlussprüfungen die Weichen für die Zukunft?


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Stellen Abschlussprüfungen die Weichen für die Zukunft?

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Sind Abschlussprüfungen wirklich wichtig? Sind schlechte Noten das Ende der Welt? Sicherlich nicht. Doch durch die Prüfungssituationen haben viele Familien enormen Stress und viele Sorgen. Aber kommen wir ohne Prüfungen aus? Sind sie wichtig für die Zukunft der Schüler? Und wie wird man in diesem Fall mit dem Stress fertig? Unser Thema bei “Learning World”.

Mehr Infos im Internet:

http://www.letudiant.fr/bac/le-bac-chez-nos-voisins-europeens.html
http://www.eurydice.org

China: Auswahl der Talente

Neun Millionen chinesische Jugendliche schreiben jährlich Gaokao, die große Abschlussprüfung im chinesischen Schulsystem, vergleichbar mit dem Abitur in Deutschland. Das Gaokao ist nicht nur ein Auswahlkriterium für die chinesischen Hochschulen, sondern auch eine nationale Obsession. Viele Schüler besuchen private Akademien, um dafür zu lernen. Um den Stoff richtig zu wiederholen und die Prüfungen gut vorzubereiten, nehmen die Jugendlichen Privatlehrer und Nahrungsergänzungsmittel.

Doch den ganzen Stress wollen sich immer mehr Schüler ersparen. Seit dem Höchststand von 10,5 Millionen Jugendlichen 2008 sinkt die Teilnehmerzahl am Gaokao jährlich. Dafür steigt die Zahl chinesischer Studenten, die im Ausland studieren.

Großbritannien: GCSE, der beste Zukunftsindikator

In England, Wales und Nordirland absolvieren 15- und 16-jährige Schüler das “General Certificate of Secondary Education (GCSE) in fünf bis zehn Fächern. Je mehr Themen man wählt, desto mehr muss man arbeiten. Der Stress kann lähmend sein, oder übertreiben manche Jugendliche? Wir sprechen mit Betroffenen.

Auch wenn die Prüfungen für den Zugang zur Universität erst zwei Jahre später anstehen, können die GCSE-Ergebnisse bereits die Weichen für die Zukunft stellen. Ein Lehrer erklärt:

“Für die meisten britischen Universitäten sind die GCSEs die besten Zukunftsindikatoren, um die Ergebnisse eines Studienganges vorherzusagen. Der übliche Weg, um eine britische Uni zu besuchen, führt über die A Level. Dennoch, wenn die Universitäten untersuchen, wie der Uni-Abschluss mit den vorherigen Qualifikationen zusammenhängt, haben die A-Level dafür weniger Relevanz, dann schauen sie nicht die A-Level, sondern die GCSEs an.”

OECD: Sind Abschlussprüfungen noch relevant?

Bereit oder nicht, gestresst oder nicht, Abschlussprüfungen müssen durchgestanden werden. Verpasst man aber wirklich die Karriere, wenn man durchfällt? Und sind Prüfungen wirklich der beste Weg dafür? Können wir sie nicht einfach abschaffen und uns entspannen? Wir sprechen darüber mit dem OECD-Bildungsexperten Eric Charbonnier:

“Frankreich und Irland sind die einzigen Länder, in denen das Abitur in einer einzigen Prüfung durchgeführt wird, d.h., die vorherige Beurteilung wird nicht berücksichtigt. Die Prüfung ist sehr stressig für die Schüler, aber es ist auch eine große Befriedigung, wenn man sie besteht. In vielen Ländern, vor allem in Europa, gibt es eine Mischung aus der vorherigen Benotung und den Abschlussprüfungen, beispielsweise in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Italien, wo am Ende die Abschlussprüfung weniger Bedeutung als in Frankreich die Endnote hat. Dann gibt es Länder, in denen die Abschlussprüfung überhaupt nicht zählt: In Griechenland oder Schweden bekommt man am Schuljahresende ein Zertifikat und die eigentliche Auswahl findet an der Uni statt.”

Aktuell verlässt in den OECD-Ländern einer von fünf Jugendlichen die Schule ohne die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen.

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