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Trans-Adria-Pipeline kommt - Schlussvorhang für Nabucco

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Trans-Adria-Pipeline kommt - Schlussvorhang für Nabucco

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Das aserbaidschanische Gaskonsortium Shah Deniz II wird sein Gas durch die Trans-Adria-Pipeline (TAP) nach Westeuropa pumpen. Das gab der Regionalchef des federführenden Energiekonzerns BP, Gordon Birrell, bekannt.

Damit ist das von der EU unterstützte Konkurrenz-Projekt Nabucco nach gut 10 Jahren am Ende. Nabucco sollte von der türkisch-bulgarischen Grenze über Wien nach Europa liefern und so die Abhängigkeit von russischem Gas verringern

Die Trans Adriatic Pipeline (TAP) soll über rund 520 Kilometer Griechenland über Albanien durch die Adria mit Süditalien verbinden.

Ziel ist der Transport von Erdgas aus dem kaspischen Raum über die Türkei nach Westeuropa.

“Nabucco ist nicht tot”, sagte ein Sprecher des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV, der das Projekt 2002 iniziierte.

Alexei Miller, der Chef von Gazprom, ist anderer Meinung:

“Heute sehen wir das Begräbnis des Nabucco-Projekts (Pause). Dieses Projekt existiert nicht mehr.”

An TAP sind die Energiekonzerne Axpo (Schweiz) und Statoil (Norwegen) mit je 42,5 Prozent sowie mit 15 Prozent der deutsche Konzern E.ON Ruhrgas beteiligt.

Das erste Gas könnte 2019 durchkommen. Bei Axpo schätzt man die Kosten für 800 Kilometer Pipeline ab der türkisch-griechischen Grenze auf etwa 4 Milliarden Euro.

TAP will in einem ersten Schritt zehn Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportieren. Nabucco hätte nach Expertenschätzungen das Dreifache leisten müssen, um rentabel zu sein.

Mit Reuters