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Aufräumen in der skandalgeplagten Vatikanbank

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Aufräumen in der skandalgeplagten Vatikanbank

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In der Vatikanbank geht das Aufräumen weiter: Generaldirektor und Stellvertreter sind gestern abend zurückgetreten – wie freiwillig das aber geschehen ist, ist offen. Die Bank hat einen Risikovorstand berufen,
der sichern soll, dass internationale Regeln und Gesetze befolgt werden, wie etwa zur Geldwäsche.

Ernst von Freyberg übernimmt vorläufig das Amt des Generaldirektors mit. Der deutsche Manager war im Februar zum Präsidenten der Vatikanbank ernannt worden. Unterstützt wird er von einer amerikanischen Beratungsfirma, die sich ebenfalls um Probleme mit der Geldwäsche kümmert.

Letzte Woche war ein hoher Geistlicher des Vatikan festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, er habe einen Boten bezahlt, damit der zwanzig Millionen Euro Schwarzgeld von der Schweiz nach Italien bringe. Die zurückgetretene Bankspitze hat nach italienischen Medienberichten von den Geschäften des Geistlichen gewusst.

Der gewesene Generaldirektor stand schon früher unter Verdacht: 2010 wurden wegen Verdachts auf Geldwäsche 23 Millionen Euro auf einem Konto der Vatikanbank beschlagnahmt, gegen den Manager und den damaligen Bankpräsidenten wurde ermittelt. Das Geld wurde dann aber wieder freigegeben, es gab keine Anklagen.

Das Istituto per le Opere di Religione IOR (Institut für die religiösen Werke), so der eigentliche Name der Vatikanbank, stand oft wegen wenig transparenter Geschäfte in der Kritik. Papst Franziskus hat seit seinem
Amtsantritt im März mehrfach angekündigt, die Bank reformieren zu wollen.