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Arbeitslos, hoffnungslos: Die verlorene Generation

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Arbeitslos, hoffnungslos: Die verlorene Generation

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Die europäische Jugend leidet. Arbeitslosigkeit, fehlende Investitionen in die Bildung – das waren bereits vor der Wirtschaftskrise bekannte Phänomene, die insbesondere die Länder Südeuropas heimsuchten. Die “Konferenz zur Förderung der Jugendbeschäftigung” in Berlin soll Abhilfe schaffen. Dieser Gipfel komme viel zu spät, bemängeln Kritiker angesichts von dramatischen Zahlen.

Im Mai waren in der Europäischen Union insgesamt 26,5 Millionen Menschen arbeitslos, das entspricht einer Quote von elf Prozent. In den USA waren 7,5 Prozent, in Japan 4,1 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Job. Spanien und Griechenland sind mit einer Arbeitslosigkeit von über 26 Prozent Spitzenreiter in Europa, in Deutschland liegt die Quote bei 5,3, in Österreich bei 4,7 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen ist die Lage noch viel besorgniserregender: Rund 5,5 Millionen Europäer unter 25 Jahren sind derzeit arbeitslos, das macht eine Quote von 23,5 Prozent.

Sechs Milliarden Euro sollen für den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit bis 2015 aufgewendet werden, wurde auf dem EU-Gipfel vergangene Woche in Brüssel beschlossen. Der Fokus liegt dabei auf jenen Staaten, in denen mehr als 25 Prozent der Jugendlichen ohne Beschäftigung sind, in erster Linie Griechenland, Spanien, Italien und Portugal.

In Spanien entscheiden sich die Jungen oft zwischen zwei Möglichkeiten: Sie kehren auf die Schulbank zurück oder sie verlassen das Land. Rund 400.000 sollen Schätzungen zufolge in den vergangenen fünf Jahren ins Ausland gegangen sein, um Arbeit zu suchen, darunter etliche Akademiker und Fachkräfte. Viele von ihnen landen auch in deutschen Betrieben. Die andere Alternative: Zurück an die Universität, um Abschlüsse nachzuholen, auf die viele junge Spanier einst verzichteten, um den vermeintlichen Verlockungen des Arbeitsmarktes zu folgen.

“Man denkt, dass ein Studium nicht notwendig ist, wenn man mit 17 Jahren 900 Euro verdient. Man glaubt, dass man damit das große Geld macht”, sagt dieser Spanier.

Doch sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob und von Praktikum zu Praktikum zu hangeln, ist nicht die dauerhafte Lösung. Es bedürfe “kluger Reformen” und “mit Geld allein” seien die Probleme nicht zu bewältigen, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Problem ist nur: Die Zeit drängt mehr als je zuvor.