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Italiens Ausgrabungsstätten in Gefahr

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Italiens Ausgrabungsstätten in Gefahr

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Die Zeichen stehen auf Alarmstufe Rot für Italiens archäologische Schmuckstücke. Die UNESCO hat den Behörden ein Ultimatum gestellt. Die weltbekannte Ausgrabungsstätte Pompeji könnte den Status als UNESCO-Welterbe verlieren, sollten bis Ende 2013 nicht dringend nötige Restaurierungsarbeiten umgesetzt werden.
Es wäre ein kulturelles Desaster und ein Prestige-Verlust, der andere, weniger bekannte aber ebenfalls angeschlagene Ausgrabungsstätten in Mitleidenschaft ziehen könnte. Etwa die Villa Oplontis, in der Provinz Neapel, seit 1997 ebenfalls auf der Liste der Weltkulturgüter.
Auch hier lassen wichtige Restaurierungsmaßnahmen auf sich warten, um kostbaren Fresken und Mosaikböden vor dem Zerfall zu schützen.
Die Villa, die der Familie von Neros zweiter Frau Poppaea Sabina gehört haben soll, wurde durch den Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 verschüttet. Neue Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass die Stadt Oplontis vor dem Vulkanausbruch direkt an Meer lag.
Das Küstenrelief habe sich verändert, erklärt die Geologin Elda Russo Ermolli.

“Poppaeas Villa in Oplontis hatte einen Panoramablick über den Golf von Neapel, sie lag direkt über dem Meer, auf einer gut 15 Meter hohen Klippe. Diese Klippe war mit Terrassen und Gärten ausgestattet, es gab einen direkten Zugang zur Villa von der Küste aus.”

Die Villa ist mit mehr als 3000 Quadratmetern überbauter Fläche die bisher größte, die in der Region gefunden wurde. Zur Ausstattung gehörten ein großes Schwimmbecken, überdachte Terrassen, Obst- und Kräutergarten. Ein wahres archäologisches Kleinod, kaum von Touristen besucht, das wie die berühmte Nachbarstadt, Pompeji, an den Folgen der kulturellen Misswirtschaft zu leiden hat.

> Kulturerbe Italiens in Gefahr