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Unruhen in Ägypten: Mursi setzt auf Konfrontation

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Unruhen in Ägypten: Mursi setzt auf Konfrontation

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Der Konflikt in Ägypten eskaliert. Die Anhänger von Präsident Mohammed Mursi haben nach den gestrigen Protesten mindestens 16 Tote zu beklagen. Hunderte Menschen wurden verletzt. In der Nähe der Universität in Kairo waren sie mit Mursi-Gegnern aneinandergeraten.

Die Muslimbruderschaft sagte, bezahlte Schläger, die sogenannten Baltagi, hätten sie angegriffen. Schätzungen zufolge gibt es in Ägypten rund 200.000 Baltagi. Der frühere Herrscher Husni Mubarak griff mehrmals auf ihre Dienste zurück. Die Baltagi vertreten ähnlich wie Söldner keine Ideologie.

Die Opposition hatte sich auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz versammelt. Hier blieb es weitgehend ruhig. Die Menschen forderten erneut den Rücktritt Mursis. “Was will Mursi? Will er seine Bürger töten? Will er Zustände wie in Syrien? Wir sagen ‘Nein’! Und wenn er Blut will, kann er das haben, wir sind bereit,” so ein Demoantrant. Ein anderer sagte: “Wir, die Ägypter, werden uns nie untereinander umbringen. Wir werden bis zum Tag des letzten Gerichts zusammenhalten. Gott ist größer als Mursi, größer als der Chef der Armee, größer als wir alle. Wenn der Chef der Streitkräfte tatenlos zusieht, dann werden wir sterben und das Land wird in Flammen aufgehen.”

Die Armee kündigte am frühen Morgen an, die Soldaten seien bereit, für das ägyptische Volk zu sterben. Unser Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim erklärte: “Beide Seiten haben in den vergangenen Tagen mit Demonstrationen ihre Macht und ihren Einfluss unter Beweis gestellt. Jetzt schlagen die Proteste in Gewalt um und viele Ägypter fürchten, dass dies erst der Anfang ist.”