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Vergewaltigungsfall in der Ukraine: Zweiter verdächtiger Polizist in Gewahrsam

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Vergewaltigungsfall in der Ukraine: Zweiter verdächtiger Polizist in Gewahrsam

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Im Vergewaltigungsfall, der die Ukraine aufwühlt, ist ein zweiter Polizist als Verdächtiger eingestuft und in Gewahrsam genommen worden. Dass er bislang auf freiem Fuß blieb, hatte den Volkszorn auf sich gezogen.
Die 29-Jährige war nach eigener Aussage spätabends auf dem Heimweg in ein Taxi gezerrt und von zwei Polizisten in einem Wald vergewaltigt worden. Sie ist eine Woche nach dem Vorfall immer noch im Krankenhaus.

“Sie kann kaum laufen”, erzählt ihr Bruder, “sie macht ihre Aussagen, und wiederholt Dasselbe dann noch gegenüber den Reportern. Natürlich geht es ihr schlecht. Wir hoffen aber, dass sie sich morgen besser fühlt.”

Weil der zweite Polizist dank eines Alibis zunächst nicht behelligt wurde, hatten Anwohner die örtliche Polizeiwache in Wradijewka gestürmt. Der Polizist soll zum Tatzeitpunkt im Dienst gewesen sein.

“Wir haben lange geschwiegen, aber jetzt missbrauchen sie ihre Macht wirklich, soweit sie können”, schimpft eine Anwohnerin. “Wir haben den Beweis vom Opfer, und sie sagt, dass der Polizist sogar der erste war, der sie vergewaltigte. Die Leute hier wollen sie unterstützen.”

Nach dem Sturm auf die Polizeiwache am Dienstag kündigte der Staatspräsident Janukowitsch eine Untersuchung an, zwei Polizeichefs und ein Staatsanwalt wurden laut Behörden entlassen. Schon vor einem Jahr hatte ein Vergewaltigungsfall Protest heraufbeschworen, da die Verdächtigen zunächst dank Beziehungen freigelassen worden waren.