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Das Filmfestival in Karlsbad zeigt eine bunte Mischung

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Das Filmfestival in Karlsbad zeigt eine bunte Mischung

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Das Filmfestival im tschechischen Karlsbad ist eine der ältesten Filmschauen der Welt. Eine Auswahl der aktuellen Filme:

Der isländische Regisseur Marteinn Thorsson zeigt in seinem Film “XL” den Absturz eines Abgeordneten: Frauenheld und Alkoholiker Leifur wird von seinem Chef zur Reha gezwungen. Aber davor lädt er seine Freunde zu einem rauschenden Fest ein.

Marteinn Thorsson:

“Ich glaube, das ist ein universelles Thema, es ist definitiv ein Problem, über das nicht in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Es wird nicht über Alkoholismus geredet, wenn beispielsweise Gerard Depardieu betrunken ist oder Berlusconi seine Partys feiert, all diese Verhaltensweisen. Dominique Strauss Kahn, all diese Menschen mit Macht. Und niemand nimmt Notiz davon.”

In der Kategorie Dokumentarfilm läuft “The Manor”, eine sehr persönliche Sicht des Regisseurs Shawney Cohen auf seine jüdische Familie in Kanada, die dort einen Stripklub unterhält. Ein intimes Porträt über ganz besondere Familienbande.

Shawney Cohen:

“Ich glaube, es ist o.k., hilflos zu sein und Probleme zu haben und trotzdem noch zu versuchen, eine Familie zu sein. Eine Menge Familien, die ich kenne und die ähnliche Geschäfte betreiben, fallen aus der Spur. Aber es ist schon erstaunlich, dass unsere Familie seit 30 Jahren ‘The Manor’ betreibt, ein sehr heikles Geschäft und ein Business, dem viele Menschen die Moral absprechen. Dass wir überlebt haben und das Pessachfest feiern und wie eine ganz normale Familie reden – das überrascht viele Leute.”

Im offiziellen Wettbewerb läuft “Papusza”, ein Film über eine Roma-Dichterin der Regisseure Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze.

Der Schwarz-Weiß-Film erzählt die Geschichte der Roma-Dichterin und -Sängerin Bronislawa Wajs (1908-1987), in Polen bekannt als Papusza. Der Streifen gibt einen tiefen Einblick in die Gemeinschaft der Roma.