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"Was auf der Erde leicht ist, ist ohne Schwerkraft fast unmöglich"

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"Was auf der Erde leicht ist, ist ohne Schwerkraft fast unmöglich"

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Der Weltraum – unendliche Weiten: Hunderte Kilometer über unseren Köpfen geschieht Historisches. Luca Parmitano ist der jüngste Astronaut auf einer Langzeitmission zur internationalen Raumstation ISS. Der 36 Jahre alte Italiener ist vor ein paar Wochen aufgebrochen.

Der junge Mann im All zeigt sich beeindruckt vom Leben im All: “Das Leben an Bord einer Raumstation ist eine sehr sinnliche Erfahrung, alles wird hier ganz anders wahrgenommen. Die Dinge, die wir als gegeben ansehen, gelten hier nicht.” Die Technik sei allgegenwärtig, Teil des täglichen Lebens: “Wir passen uns schnell an – man fühlt sich beinahe wie zuhause, obwohl wir von Technik umgeben sind und zwischen uns und dem All nur eine dünne Wand ist.”

Vieles ist anders im Weltraum, auch wenn die Astronauten fast alles vorher auf der Erde trainiert haben. Maches lasse sich aber nicht üben, sagt Luca Parmitano: “Das Training am Boden bereitet einen unglaublich gut auf das Leben im All vor. Die Raumstation kommt einem sonderbar vertraut vor, nachdem man gut zweieinhalb Jahre überall auf der Welt in verschiedenen Modellen der Station geübt hat. Wenn man dann hier ankommt, ist alles sehr vertraut, man hat es ja schon so oft gesehen.” Doch trotz monatelanger Vorbereitung der Weltraumfahrer – es gab einige Überraschungen für Luca Parmitano: “ Ich musste mich daran gewöhnen, wie anders es in der Schwerelosigkeit ist. Was auf der Erde leicht ist – wie etwa bewegungslos zu bleiben – ist ohne Schwerkraft fast unmöglich. Die Dinge schweben andauernd. Du kannst nichts einfach irgendwo hin tun. Du bist immer an Klettbändern und Halterungen befestigt. Man muss andersherum denken: Was auf der Erde leicht ist, ist hier schwer – und umgekehrt.”

Viel Zeit zur Eingewöhnung bleibt nicht – die Besatzung der ISS hat ein volles Programm: “In der Raumstation haben wir ständig hunderte von Experimenten am Laufen, haben aber nur mit wenige gleichzeitig zu tun. Ich versuche derzeit herauszufinden, wie man den Kalzium-Verlust reduzieren kann.”