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Geplante Obsoleszenz: "Gemacht, um kaputtzugehen"

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Geplante Obsoleszenz: "Gemacht, um kaputtzugehen"

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Damien aus Paris fragt:

“Was kann Europa tun gegen die künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Konsumgütern?”

Die Antwort von Lydie Tollemer, Juristin am Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz:

“Bisher gibt es in der EU keine spezifischen Maßnahmen, um gegen die geplante Obsoleszenz in der Konsumgüterindustrie vorzugehen. Es gibt einige Aktionen vonseiten der Mitgliedstaaten.

Indirekt geht die EU das Problem durch drei Richtlinien an: Mit der EU-Richtlinie zu Batterien und Akkumulatoren, die die Hersteller auffordert, austauschbare Batterien in Mobiltelefone, Laptops – generell in alle elektronischen Geräte einzubauen.

Es gibt auch die Richtlinie über umweltgerechte Gestaltung, die die Hersteller verpflichtet, umweltfreundliche Produkte zu entwickeln. Zum Beispiel Produkte, die wiederverwendet werden können.

Und es gibt eine EU-Richtlinie über Abfälle, die den Umgang mit Müll festlegt, beginnend mit Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Recycling, Energieverwendung aus Müllverbrennung und schließlich Entsorgung.

Das Europäische Verbraucherzentrum sieht dringenden Handlungsbedarf. Verbraucher müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden und sich über die Produkte informieren, die sie kaufen.

Deshalb rät das Zentrum den Herstellern, die reale Lebensdauer ihrer Produkte offenzulegen, zum Beispiel die Anzahl der Ladezyklen für eine Batterie, die Anzahl der Waschgänge bei Waschmaschinen oder die maximale Lebensdauer für ein Auto.

Die Hersteller sollten auch Infos über Reparaturmöglichkeiten für ihre Produkte und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Zubehör geben. Und schließlich sollte jeder dazu ermutigt werden, sein altes Gerät zu recyceln.

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