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Nach Anschlag auf Sinai: Ägypten schließt Grenze zu Gaza

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Nach Anschlag auf Sinai: Ägypten schließt Grenze zu Gaza

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Ägypten hat seinen Grenzübergang zum Gaza-Streifen in Rafah bis auf weiteres geschlossen. Auf der Sinai-Halbinsel war in der Nacht zum Freitag unweit der Grenze ein Soldat getötet worden. Mutmaßliche Islamisten hatten einen Posten der ägyptischen Armee attackiert. Ob der Angriff mit den Geschehnissen in Kairo zusammenhängt, blieb unklar. Die Region in der ägyptischen Wüste gilt als Hochburg von Islamisten. Die rund 1,7 Millionen Einwohner des Gaza-Streifens sind nach dem Schließen der Grenze vorerst von der Außenwelt abgeschnitten.

“Ich hoffe, dass die Bevölkerung nicht für die politischen Unruhen in Ägypten bestraft wird. Dieser Grenzübergang ist der einzige Weg aus dem Gaza-Streifen. Sie wissen, dass wir keine Probleme machen, wenn wir nach Ägypten und wieder zurück fahren. Wir sollten nicht den Preis für das bezahlen, was dort passiert”, sagt ein Mann.

Während in Israel befürchtet wird, Extremisten aus dem Gaza-Streifen könnten im Schatten der ägyptischen Unruhen neue Terrorangriffe verüben, hält sich die radikalislamische Hamas mit einer Kommentierung der Lage bislang zurück.

“Die Hamas wird von den politischen Entwicklungen negativ beeinflusst”, sagt der Analyst Mokhymar Abu Saada. “Sie ist mit der Muslimbruderschaft verknüpft und hat mit ihr und Mursi im vergangenen Jahr oft eng zusammengearbeitet.”

Bezeichnenderweise begrüßte Palästinenserpräsident und Hamas-Gegner Mahmoud Abbas den Sturz Mursis ausdrücklich. Die Hamas sieht sich einer zunehmenden Isolierung in der Region ausgesetzt.