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Pariser Haute Couture: mit Kristallen berieselt, von Raubkatzen geküsst!

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Pariser Haute Couture: mit Kristallen berieselt, von Raubkatzen geküsst!

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Den französischen Meisterschneider Jean Paul Gaultier haben ganz offensichtlich die Raubkatzen geküsst! Seine aktuelle Haut-Couture-Kollektion ist der Femme Fatale gewidmet. Satte Leopardenmuster, enge Lederkostüme und reichlich Pelzbesatz trägt die gefährliche Schmusekatze.
Weitere Inspirationsquelle ist der Zirkus, klassische Clownskostüme mit spitzen Schultern und Hüften und einem Hütchen schräg auf dem Kopf. Das Brautkleid ist eine Mischung aus Harlekin und Columbine ganz in Weiß. Das für Gaultier typische Korsett war ebenfalls vertreten.

Die geballte Ausdruckskraft der Renaissance war beim Modehaus Valentino die Vorlage: Seide, Samt, Brokat. Die prachtvollen, mit Stickereien und Spitze verzierten Kleider sind das Ergebnis wahrhaft hoher Schneiderkunst.
Ein Begleitheft zur Schau detaillierte den Arbeits- und Materialaufwand pro Entwurf: Über eintausend Stunden Stickerei für dieses Kleid, 3000 Meter Silberfaden für jenes.
Alle Ehre gebührt den “petites mains”, den illustren Pariser Näherinnen, die ein Kreateur beschäftigen muss, mindestens 20 von ihnen, um zum illustren Kreis der Haute Couture dazuzugehören.

Alle Achtung auch vor den kreativen Kräften des Hauses, dem Designer-Duo Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli, die diese Traumkleider entworfen haben.

Eine gesichtslose Frau mit Strass und Blume, so sieht der Belgier Martin Margiela die Haute Couture in seiner neuen Kollektion. Der für seine avantgardistischen Entwürfe bekannte Designer setzt auf ein wahres Feuerwerk der Farben. Für den nötigen Glanz sorgen wertvolle Swarowski Kristalle.
“Artisanal” lautet der Titel der Kollektion, das bedeutet so viel wie selbst gemacht, also Vintage Stücke neu aufgelegt. Ob sich die elegante Tarnmaske in der Haute Couture durchsetzt, ist eine andere Frage.

Der libanesische Kultdesigner Elie Saab schließlich dachte an die Frauen auf dem roten Teppich mit kostbaren Roben für die Oscarnacht oder eine andere, ähnlich bedeutende Preisgala.

Allerdings muss die Saab-Kundin ein Faible für die neuen Lieblingsfarben haben: Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün. Die Entwürfe funkelten auch dank der aufwendigen Stickereien wie Diamanten, wie von Mondstaub berieselt.

Ins Auge stachen tiefe Ausschnitte und lange Röcke aus üppigen Stoffbahnen. Besonders deutlich wurde der Materialüberschuss beim Brautkleid, mit seiner langen, schier endlosen Schleppe.