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Gesetzesentwurf: Militärdienst für ultra-orthodoxe Juden in Israel

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Gesetzesentwurf: Militärdienst für ultra-orthodoxe Juden in Israel

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Israel steht vor einer gesellschaftlichen Veränderung historischen Ausmaßes. Zukünftig können möglicherweise auch ultra-orthodoxe Juden zum Militärdienst eingezogen werden. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedete das Kabinett unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Allerdings muss noch das israelische Parlament zustimmen.

“Wir werden diese Änderung allmählich durchführen und dabei die besonderen Bedürfnisse der ultra-orthodoxen Gemeinde berücksichtigen”, sagte Netanjahu. “Wir verfolgen zwei Ziele: Die Integration junger ultra-orthodoxer Juden in Armee und Zivildienst sowie ihre Integration in den Arbeitsmarkt.”

Männer absolvieren in Israel einen drei-, Frauen einen zweijährigen Wehrdienst. Ausgenommen waren bislang neben ultra-orthodoxen Juden auch die arabische Minderheit.

“Was das Gesetz betrifft, das der Staat verabschieden will, so stimmen wir zu, dass jeder sein Land verteidigen sollte. Aber wir finden auch, dass jeder eine andere Art hat, das zu tun”, sagt dieser Mann.

Seit 1948 sind ultra-orthodoxe Juden vom Militärdienst befreit, um sich dem Thora-Studium widmen zu können. Sie sollen künftig im Alter von 21 Jahren in die Armee berufen werden, alle übrigen müssen ihren Dienst bereits mit 18 antreten.