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Istanbul: Beißende Ironie als Antwort auf beißendes Tränengas

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Istanbul: Beißende Ironie als Antwort auf beißendes Tränengas

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Kadiköy, ein Stadtteil von Istanbul. Hier auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole pulsiert das Leben, hier geht man gern in ein Restaurant und in einen Park. Am Sonntag aber gingen die Einheimischen auf die Straße. Mit einem Fest gedachten sie der Proteste der zurückliegenden Wochen – mit einem Namen, der angesichts der von der Polizei eingesetzten Kampfmittel nicht zufällig gewählt wurde.

“Wir feiern hier das erste ‘Gazman’-Festival. Sie sehen all das, was vor kurzem passiert ist”, sagt dieser Demonstrant. “Deshalb habe ich mich dazu entschieden, ein Freiheitsplakat mitzunehmen. Jeder sollte seine Meinung frei und öffentlich sagen dürfen. Jeder sollte demonstieren dürfen, ohne andere Menschen zu stören.”

Beißende Ironie statt beißender Tränengas-Attacken schien das Motto des Festivals zu sein. Man griff die Regierung diesmal auf symbolische Art und Weise an, Ministerpräsident Erdogan bekam sein Fett vor allem auf Plakaten und in Sprechchören weg.