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Zugunglück in Kanada: Mindestens fünf Tote

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Zugunglück in Kanada: Mindestens fünf Tote

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Bei einem Zugunglück in Kanada sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche Personen werden noch vermisst.

Der Unfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag in der Provinz Québec, nur wenige Kilometer von der Grenze zu den Vereinigten Staaten entfernt. Ein führerloser Güterzug war entgleist. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um 73 Anhänger, die mit jeweils 100 Tonnen Öl beladen waren. Es kam zu Explosionen, das Öl geriet in Brand, das Feuer griff auf Wohnhäuser über.

“Tragischerweise steht fest, dass es Tote gibt, aber wir kennen das gesamte Ausmaß des Unfalls noch nicht. Ich spreche den Angehörigen und Freunden der Opfer mein herzliches Beileid aus”, sagte Premierminister Stephen Harper.

Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Zug in Nantes, rund zwölf Kilometer nordwestlich der Unglücksstelle, um 1 Uhr Ortszeit wegen eines Schichtwechsels abgestellt. Der Zugführer habe alle üblichen Sicherheitsbestimmungen eingehalten, teilte der Betreiber mit. Dennoch koppelten sich offensichtlich die Waggons von der Lok ab und rollten in Richtung des Ortes Lac-Mégantic. Dort führt die Strecke durchs Stadtzentrum. In Lac-Mégantic entgleisten die Anhänger, die Fracht explodierte.

“Es gab riesigen Lärm, Feuerbälle waren zu sehen”, so ein Zeuge. “Wir sind geflüchtet. Über die Straße. Kurz danach stand die Straße in Flammen. Es war ein Feuerstrom.”

Unterstützung erhielt die örtliche Feuerwehr auch von Rettungskräften aus dem angrenzenden US-Bundesstaat Maine. Fünf Tote wurden bislang geborgen, doch man befürchte weitere Opfer, sagte ein Polizeisprecher.