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Blutiger Montag in Kairo

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Blutiger Montag in Kairo

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Mindestens 51 Tote und über 400 Verletzte – das ist die bisherige Bilanz der Unruhen am heutigen Montag in Ägypten. In Kairo hätten Soldaten mit scharfer Munition auf Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi geschossen, berichten Augenzeugen. Man habe gemeinsam vor dem Armeegebäude gebetet, in dem Mursi vermutet wird. Die Armee verteidigte ihr Vorgehen und nannte die Demonstranten “eine terroristische Gruppierung”. Diese hätten versucht, den Stützpunkt zu stürmen. Die Militärführung veröffentlichte Videomaterial, das Demonstranten zeigen soll, die Soldaten mit Handfeuerwaffen attackieren.

“Trotz aller Vorkehrungen der Armee gab es Aufrufe zur Gewalt gegen die Soldaten”, so ein Militärsprecher. “Es kam zu Provokationen, mit denen erreicht werden sollte, dass Gewalt gegen militärische Einrichtungen ausgeübt wird.”

Ein Sprecher der Muslimbruderschaft verbreitete eine andere Version der Zusammenstöße. “Jede Polizei der Welt weiß, wie man eine Menge auflöst. Dies
ist nichts anderes als ein verbrecherischer Akt gegen einen Protest”, sagte er. Die Sicherheitskräfte hätten die Menge mit Tränengas auseinandergetrieben und anschließend Demonstranten mit automatischen Waffen niedergestreckt.