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Dem Geheimnis der afrikanischen Flüsse auf der Spur

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Dem Geheimnis der afrikanischen Flüsse auf der Spur

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In dieser Ausgabe von Science geht es auf Expedition im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia. Afrikas Flüsse bergen noch viele Geheimnisse. Europäische und afrikanische Wissenschaftler haben sich zusammengetan, um die Rolle der afrikanischen Wasserströme im globalen Klimagefüge zu erkunden. AFRIVAL heißt das internationale Forschungsprojekt. euronews-Reporter Dennis Loctier hat das Forscherteam begleitet, auf dem Sambesi Fluss, dem viertgrößten Afrikas und dem größten, der in den Indischen Ozean mündet. “Das ist unser Forschungsgebiet”, erklärt Cristian Teodoru vom AFRIVAL-Projekt.

Afrikas Flüsse produzieren Kohlendioxid und tragen auf diese Weise zur Klimaerwärmung bei. Auch die landwirtschaftliche Nutzung und die Vegetation entlang der Wasserwege haben einen Einfluss auf die biochemischen Wechselwirkungen.
Anders als Europas Wasserwege wurde das afrikanische Flusssystem jedoch bislang kaum erforscht. Ein besseres Verständnis könnte Ländern wie Sambia dabei helfen, den ständig steigenden Wasserbedarf in den Griff zu bekommen.
Imasiku Nyambe ist Professor für Geologie an der University of Zambia. “Die Bevölkerung ist stark angestiegen, auch die wirtschaftliche Aktivität, in den Bereichen Rohstoffabbau, Landwirschaft und Stromerzeugung. Deswegen ist es wichtig zu erforschen, wie viel Wasser wir zur Verfügung haben, damit all Nutzer ihren Anteil daran bekommen.”

Die Forscher messen unterschiedliche Parameter, wie Temperatur und CO2-Gehalt, um zu verstehen, wie Kohlenstoff, der durch organisches Material oder Mineralstoffe aus dem Erdreich ins Wasser gelangt, zu Gas und Sedimenten umgewandelt wird und niemals den Ozean erreicht.

“Das alles ist zum aktuellen Zeitpunkt weitgehend unbekannt”, sagt Cristian Teodoru. “Deswegen sind wir hier. Wir untersuchen den Kohlenstoff Transport ins Meer, die Sedimentierung, den Austausch mit der Atmosphäre. Wir untersuchen den Ursprung des Kohlenstoffs, wir versuchen zu verstehen, wie viel Kohlenstoff vom Land stammt, wie viel im Wasser produziert wird.”

Sobald die Messungen auf dem Sambesi abgeschlossen sind, wird Cristian Teodoru an die katholische Universität im belgischen Löwen, zurückkehren.

Sein afrikanischer Assistent Frank Nyoni, Master-Student an der Universität von Sambia, wird dann über die nötigen Methoden und Instrumente verfügen, um das Projekt nach seinem offiziellen Ende weiterzuführen.
“Das Einsammeln von Messdaten ist nicht so einfach, wie man denken könnte”, meint er. “Man muss äußerst präzise vorgehen. Ich bin froh, im Rahmen meines Masterprojekts, daran teilnehmen und dazulernen zu können. Das ist auch ein Beitrag zur Bildung von Forschungskapazitäten.”

Die Wasserproben aus Sambia werden für weitere Untersuchungen an Labore in Europa geschickt. Ähnliche Feldstudien finden in Kenia, Mosambik, Niger, Gabun, Madagaskar und im Kongobecken statt. Entlang aller afrikanischen Hauptflüsse werden regelmäßig Messungen durchgeführt.
“Wir gehen davon aus, dass sich die geochemischen Parameter entlang Flussläufe verändern, also auch der CO2- und Sauerstoff-Gehalt, beeinflusst von Landschaft und Hydrologie”, erklärt Cristian Teodoru. “Deswegen entnehmen wir flussabwärts Proben bis hin zum Indischen Ozean, an vielen unterschiedlichen Messstationen.”

Die Erkundung der afrikanischen Flüsse wirft ein neues Licht auf die biochemischen Mechanismen, die das Weltklima prägen, und könnte letztlich dazu beitragen, die künftige Wasserversorgung der Menschen dieses Kontinents zu sichern.

Informationen über das Projekt