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Edward Snowden: Endstation Venezuela?

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Edward Snowden: Endstation Venezuela?

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Im Fall Snowden hat die USA den Groll Lateinamerikas zu spüren bekommen. Die Staatsoberhäupter von Ecuador, Venezuela, Argentinien, Uruguay und Suriname ergriffen Partei für den bolivianischen Präsidenten Evo Morales. Dieser musste vergangene Woche in Wien zwischenlanden, da einige EU-Staaten seiner Maschine die Überflugrechte verweigert hatten. Grund dafür war das Gerücht, dass sich Edward Snowden in der Maschine befinden könnte.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez kritisiert die Industriestaaten:
“Sie stecken viel Geld in ihre Geheimdienste, letztendlich schaffen es die Nachrichtendienste aber nicht, die Regierung richtig zu informieren. Sie hatten wohl ausgesagt, dass sich in Morales Flugzeug eine Person befindet, die Asyl sucht.”

Edward Snowden versteckt sich seit mehr als zwei Wochen im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjew. Snowden könnte entweder nach Bolivien, Nicaragua oder Venezuela fliegen. Diese Länder sind bereit, ihm politisches Asyl zu gewähren. In Nicaragua und Venezuela liegen bereits offizielle Asylanträge vor.

Noch ist nicht klar, wie Snowden von Moskau in sein Asylland fliegen kann, ohne dabei von den USA abgefangen zu werden. Um in die venezuelische Hauptstadt Caracas zu gelangen, müsste er in Havanna auf Kuba zwischenlanden.

Vergangene Woche wurde das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales zu einer Zwischenlandung in Wien gezwungen. Da es aus Moskau kam, vermuteten mehrere europäische Länder, dass sich Snowden an Bord der Maschine befindet. Morales, der vom österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer begleitet wurde, musste in Wien 13 Stunden warten, bevor er weiterfliegen konnte.

Evo Morales:
“Mir wurde nicht erklärt, warum ich Frankreich, Portugal und Italien nicht überfliegen durfte. Später entzog uns auch Spanien die Erlaubnis, auf den Kanarischen Inseln zu landen.”

Der diplomatische Vorfall hat in Lateinamerika zu Demonstrationen gegen die USA, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien geführt. Bolivien fordert eine Entschuldigung der betreffenden Länder.