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Kristallglobus für ungarisches Kriegsdrama von János Szász

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Kristallglobus für ungarisches Kriegsdrama von János Szász

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Eine Literaturverfilmung machte bei den 48. Filmfestspielen in Karlsbad, dem tschechischen Karlovy Vary, das Rennen um den Kristallglobus.
“Das große Heft” von János Szász basiert auf dem gleichnamigen Roman der 2011 verstorbenen ungarisch-schweizerischen Schriftstellerin Ágota Kristóf.
Der Film erzählt das Schicksal zweier Zwillingsbrüder, die im Zweiten Weltkrieg in einer ungarischen Kleinstadt an der Grenze heranwachsen.

Produzent Sándor Söth nahm den Preis stellvertretend für den Regisseur in Karlsbad entgegen. “Es ist ein Kriegsfilm, aber ohne Krieg. Er handelt von zwei Kindern und ihrer psychologischen Entwicklung, vom Schaden, den der Krieg Kindern zufügt. Nicht nur während des Zweiten Weltkriegs, das Thema ist bis heute aktuell.”

Mit dem Parallel-Wettbewerb “East of the West” legt das Karlsbader Festival den Schwerpunkt speziell auf osteuropäische Filme. In dieser Kategorie ging der Hauptpreis an den polnischen Beitrag “Floating Skyscrapers” von Tomasz Wasilewski.

“In meinem Film geht es um Liebe, zwischen einem Jungen und einem Mädchen, zwischen zwei Jungs, zwischen Mutter und Sohn und Vater und Sohn”, sagte der Regisseur. “Ich fand es sehr spannend, Themen zu erforschen, die sonst nie in polnischen Filmen angesprochen werden. Ich interessiere mich für Figuren, die innerlich gebrochen sind, die zu einer Minderheit gehören, nicht nur sexuell, auch sozial. Das ist immer eine große und spannende Herausforderung für einen Regisseur.”

“Floating Skyscrapers” handelt von einem jungen Hochleistungsschwimmer, der mit seiner Freundin bei seiner Mutter lebt, bis er sich eines Tages in einen jungen Mann verliebt und sein Leben aus den Fugen gerät.

Den Ehrenpreis des Festivals, den Kristallglobus für sein filmisches Lebebswerk erhielt der US-Regisseur und dreifache Oscar-Gewinner Oliver Stone.

14 Beiträge liefen im Hauptwettbewerb, die Jury stand unter dem Vorsitz der Polin Agnieszka Holland.