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Spanien: Schmiergeld-Affäre um Bárcenas nimmt kein Ende

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Spanien: Schmiergeld-Affäre um Bárcenas nimmt kein Ende

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Zwanzig Jahre lang hat er die Konten der spanischen Volkspartei geführt, jetzt steht Schatzmeister Luis Bárcenas im Mittelpunkt einer Affäre um schwarze Kassen.

Der Skandal ist im vergangenen Januar ans Licht gekommen, als die spanische Tageszeitung El País Kopien von einem inoffiziellen Kassenbuch veröffentlichte.
Die Einträge in diesem Buch sind Bárcenas Handschrift.

Das Insiderwissen, das er jahrelang hinter den Parteikulissen ansammelte, bringen die konservative Regierung in Gefahr.

Maria Dolores, Generalsekretärin der Volkspartei, bestreitet die Vorwürfe:
“Die Buchführung der PP ist einzigartig, klar, transparent und sauber. Sie liegt dem Europäischen Rechnungshof vor.”

Demonstranten fordern währenddessen den Rücktritt von Mariano Rajoy und seiner Regierung. Sie sind sich sicher, dass er über die Schwarzgeldzahlungen Bescheid wusste.

Nach einer außerordentlichen Sitzung sagte Rajoy, dass keine der Beschuldigungen zutreffend ist:
“Es ist falsch. Ich habe niemals Schwarzgeld erhalten oder weiterverteilt. Nicht in der Partei und auch nicht außerhalb.”

Oppositionsführer Alfredo Pérez Rubalcaba teilt die Ansicht der Demonstranten:
“Ich forderte von Rajoy, sein Amt niederzulegen. Er soll jemand anders übernehmen lassen. Das wäre das Beste für Spanien.”

Seit dem 27. Juni sitzt Luis Bárcenas wegen akuter Fluchtgefahr hinter Gittern. Bárcenas dementierte zunächst die Echtheit des parallelen Kassenbuches. Kurze Zeit später gestand er in einem Interview mit der Zeitung El Mundo die Verwaltung der illegalen Parteispenden.

El Mundo veröffentlichte dann ein paralleles geheimes Kassenbuch, in dem unter anderem auch Rajoys Name auftaucht.