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Griechische Journalisten wollen gegen neuen Sender klagen

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Griechische Journalisten wollen gegen neuen Sender klagen

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In Athen haben griechische Journalisten gegen den neuen Rundfunk protestiert. Sie versammelten sich vor dem Privatstudio, aus dem das Staatsfernsehen seit diesem Mittwoch unter dem neuem Namen EDT sendet. Polizisten sicherten das Gebäude ab.
Der Rundfunk ERT war vor einem Monat überraschend geschlossen worden, doch die früheren Beschäftigten senden trotzdem über das Internet weiter. Für sie ist der neue Fernsehsender verfassungswidrig.

Gewerkschaftsführer Panagiotis Kalfayannis kündigte an, gegen den Schritt zu klagen. “Am Ende werden wir siegen, denn sie können kein Fernsehprogramm ohne uns machen. Das, was ERT ausmacht, sind nicht seine Frequenzen oder seine Gebäude – es seine Mitarbeiter.”

In den nächsten drei Monaten will der neue Rundfunk EDT ein Notprogramm senden. Die etwa 2600 früheren Beschäftigten müssen sich neu bewerben. Höchstens die Hälfte von ihnen wird eine neue Stelle finden.
Der zuständige Minister Pantelis Kapsis sagte: “Der Wunsch der Regierung und mein persönlicher Wunsch ist, dass die Beschäftigten des Rundfunks ERT nicht nur in der Übergangszeit mitarbeiten, sondern dass sie helfen, den Sender neu aufzubauen.”

ERT wurde geschlossen, weil der Sender nach Meinung der Regierung zu viele Mitarbeiter hatte.

Die Einschätzung des euronews-Korrespondenten Stamatis Giannisis in Athen: “In der nächsten Woche wird der Gesetzesentwurf für einen neuen öffentlichen Rundfunk vermutlich das griechische Parlament passieren. Doch selbst wenn das Gesetz abgesegnet ist, wird es nicht den bitteren Konflikt zwischen den ERT-Angestellten und der Regierung beenden.”