Eilmeldung

Eilmeldung

Märkte reagieren nervös auf Portugal-Krise

Sie lesen gerade:

Märkte reagieren nervös auf Portugal-Krise

Schriftgrösse Aa Aa

Die andauernde politische Krise in Portugal zieht das Land auch an den Märkten nach unten. Die zögerliche Zustimmung von Präsident Anibal Cavaco Silva zum Abkommen der Mitte-Rechts-Koalition sorgt für Verwirrung, die Zinsen für zehnjährige portugiesische Anleihen gingen deutlich in die Höhe, portugiesische Aktien verloren bis zu 1,5 Prozent. Experten hoffen, dass sich die Lage bald wieder beruhigt. “Turbulenzen sind immer gefährlich”, meint Rui Barbara von der Carregosa Bank, “aber generell geht man davon aus, dass sich die Regierung weiterhin nach den Vorgaben der EU-Troika richten wird. Daher denke ich, dass die Märkte nicht allzu sehr verschreckt werden.”

Portugal muss neue Sparmaßnahmen beschließen, um die Bedingungen der Troika zu erfüllen – kein guter Zeitpunkt für eine Regierungskrise. Viele Portugiesen geben ihren Politikern die Schuld an der verfahrenen Situation. “Wir haben einfach keine fähigen Politiker”, wettert etwa Helena Antunes aus Lissabon. “Das Problem ist, dass wir keine Politiker haben, die ein Land ordentlich regieren können. Alle wissen, dass sie hohe Opfer von den Bürgern verlangen, aber sie selbst sind nicht bereit, auch Opfer zu bringen.”

Wirtschaftlich geht es Portugal denkbar schlecht: Die Arbeitslosenquote liegt inzwischen bei mehr als 18 Prozent; zudem steuert das ärmste Land Westeuropas auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu.