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Moskauer Gericht verurteilt Toten

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Moskauer Gericht verurteilt Toten

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Ein Gericht in Moskau hat den russischen Juristen Sergej Magnitski vier Jahre nach dessen Tod am Donnerstag wegen Steuerbetrugs verurteilt. Magnitski hatte Beamte der Steuerhinterziehung in Höhe von umgerechnet rund 180 Millionen Euro beschuldigt und war anschließend seinerseits wegen desselben Vorwurfs festgenommen worden. Im November 2009 starb Magnitski im Gefängnis unter bis heute ungeklärten Umständen.

Auch der in den USA geborene Brite William Browder wurde in Moskau in Abwesenheit des Steuerbetrugs für schuldig gesprochen. Browders Anwalt erklärte, er werde Berufung gegen das Urteil einlegen. Im Fall Magnitski wird es jedoch kein weiteres Verfahren geben, erklärte Staatsanwalt Michail Resnitschenko. “Gemäß dem Beschluß dieses Gerichts werden die Ermittlungen im Fall Magnitski mit seinem Tod eingestellt. Das Gericht hat den Antrag der Angehörigen, Magnitski zu rehabilitieren abgelehnt”, sagte Resnitschenko.

Der Fall hatte zu erheblichen diplomatischen Komplikationen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland geführt.

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Law and Order in Russia – The story behind the largest tax fraud in Russian history (englisch)