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Fettleibigkeit: Mexiko neuer Spitzenreiter

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Fettleibigkeit: Mexiko neuer Spitzenreiter

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Mehr als ein Drittel der Mexikaner ist fettleibig, so viele Menschen, wie in keiner anderen Industrienation. Das geht aus dem aktuellen UN-Welternährungsbericht hervor. Die USA waren bislang Spitzenreiter und landeten nun auf Platz zwei. Rund 70 000 Menschen sterben jährlich in Mexiko an Diabetes, die Krankheit entsteht häufig durch Fettleibigkeit.

“Wir sind nun an einem Punkt, von wo es kein Zurück mehr gibt”, so Dr. Abelardo Avila, Forscher am mexikanischen Institut für Medizin und Ernährung. “Entweder lösen wir das Problem oder wir gehen unter. Wenn das Gesundheitssystem kollabiert, bricht das Land zusammen. Man kann sagen, es ist ein Problem der nationalen Sicherheit. Das ist ein Alarmruf, es geht um eine Epidemie und um die nationale Sicherheit.”

Das Problem der Fettleibigkeit ist in den Industrienationen längst zur Volkskrankheit geworden. Jeder Zweite in den OECD-Staaten wiegt zuviel. Die Gründe ähneln sich.

Alejandro Calvillo, Chef der mexikanischen Verbraucherorganisation “Consumer Power”: “Der Hauptgrund dafür ist, dass die Menschen sich immer weniger gesundheitsbewusst ernähren. Nehmen wir die starke Nachfrage nach Softdrinks in Mexiko: Nirgendwo sonst auf der Welt wird so viel davon konsumiert. Jeder von uns trinkt jährlich 163 Liter. Es hängt aber auch damit zusammen, dass die traditionellen Gerichte verschwinden. Ein weiterer Grund ist der Konsum von Junkfood.”

Die Zahlen aus Mexiko werden nur noch von einigen Inselvölkern übertroffen: Dort ist teilweise die Hälfte der Bevölkerung fettleibig. Die Japaner bilden das genaue Gegenteil dazu: Nur knapp ein Zwanzigstel der Bevölkerung leidet dort an Fettleibigkeit.