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Mohsen Makhmalbaf, ein iranischer Filmemacher in Jerusalem

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Mohsen Makhmalbaf, ein iranischer Filmemacher in Jerusalem

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Der iranische Regisseur Mohsen Makhmalbaf ist zu Gast beim Jerusalemer Filmfestival mit seinem jüngsten Werk “The Gardener”. Der Streifen ist eine sehr persönliche, poetische Reflexion über Religion und Gesellschaft mit einer starken Friedensbotschaft. “Die junge Generation im Nahen Osten meint, dass Religion den Nahen Osten zerstört hat”, erklärt Mohsen Makhmalbaf. “Ich versuche, aus Sicht meiner Generation zu verstehen, warum Menschen an Religion glauben. Und ich werfe den Scheinwerfer auf eine der eher friedlichen Religionen.”

Makhmalbaf drehte mit seinem Sohn Maysam als Kameramann im spirituellen Zentrum der aus dem Iran stammenden Baha’i-Religion in Haifa und in Jerusalem. Die Begegnung mit den religiösen Kultstätten führt zur Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn über die Bedeutung von Religionen, die der Film halbdokumentarisch festhält.

Der anerkannte iranische Filmemacher lebt seit acht Jahren im Exil. An eine Rückkehr in seine Heimat ist nicht zu denken. Sollte er es dennoch wagen, droht ihm eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Iranern ist es verboten, nach Israel zu reisen.

Auf dem Festival äußerte sich der engagierte Filmemacher zur aktuellen politischen Lage in seinem Land. “Nach 33 Jahren unter einem schlechten Regime sind wir reif für die Demokratie. Das Problem ist, dass Amerika und die europäischen Staaten nicht reif sind für eine Demokratie im Iran. Sie denken nur an die Kontrolle über die Atombombe. Wir glauben, dass wir eine demokratische Regierung haben sollten, denn die baut keine Atomwaffen.”

Makhmalbaf ist Ehrengast des Jerusalemer Filmfestivals, das in der Vergangenheit bereits mehrere seiner Filme zeigte, unter anderem “Reise nach Kandahar” und “Salaam Cinema”.
Sein jüngster Streifen “The Gardener” stieß auf positive Resonanz.

“Es ist einer der herausragendsten Filme seit Langem und spiegelt die Geisteshaltung des Regisseurs wider: Frieden schaffen um jeden Preis. Er ist auch eine gedankliche Bereicherung zum Thema Religion”, sagt eine Zuschauerin.

“Der Film ist wunderbar, sehr poetisch und kontemplativ”, meint eine andere. “Die Tragweite geht weit über den Film, hinaus. Er ist ein wahrhaft mutiger Regisseur.”

“The Gardener” wurde bereits auf vielen Festivals vorgestellt. Ein deutschsprachiges Premierendatum ist nicht bekannt.