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Mugabe im Wahlkampf: "Schwuchtel-Ehe ist un-afrikanisch"

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Mugabe im Wahlkampf: "Schwuchtel-Ehe ist un-afrikanisch"

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Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat sich im bisher weitgehend friedlich verlaufenen Wahlkampf auf die Homosexualität eingeschossen. So kritisierte Mugabe den amerikanischen Präsidenten Barack Obama, der die afrikanischen Länder aufgefordert hatte, die Rechte Homosexueller zu respektieren. Mugabe, der in der Vergangenheit schon öfters seine Meinung über Homosexuelle kundtat (“schlimmer als Schweine und Hunde”), sprach sich im Wahlkampf gegen die “Schwuchtel-Ehe” als “un-afrikanisch” aus. Mugabe lobte die Tiere, weil diese Bescheid wüssten über ihre sexuelle Orientierung. Mugabes Äußerungen über die Homosexualität fallen nicht auf taube Ohren, denn in Simbabwe ist Homosexualität wie in den meisten afrikanischen Ländern verpönt.

Das Volk entscheidet am 31. Juli über einen neuen Präsidenten. In dem afrikanischen Binnenland stehen sich die beiden Erzfeinde, Präsident Robert Mugabe und Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, gegenüber.

Wahlen in Simbabwe waren oft überschattet von Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen. Bei der letzten Wahl 2008 fielen mehr als 200 Menschen politischer Gewalt zum Opfer.

Für die wirtschaftliche Talfahrt und internationale Isolierung
Simbabwes, das sich lediglich der Gunst Pekings erfreuen darf, ist Mugabe verantwortlich. Als Führer der Befreiungsbewegung besiegte er das weiße Regime des damaligen Rhodesiens. Von 2000 an kippte Mugabes relativ moderate Reformpolitik in Simbabwe, das damals noch als
Kornkammer Afrikas galt. Mit der brutalen Vertreibung von etwa 4000 weißen Farmern und einer Politik der Nationalisierung begannen ökonomischer Niedergang, Chaos und Gewalt in der Politik.

Dem setzten schließlich die Staaten der Südafrikanischen
Entwicklungsgemeinschaft (SADC) ein Ende und erreichten, dass nach einem blutigen Wahlkampf 2008 eine “Regierung der nationalen Einheit” gebildet wurde. Ihr gelang nach Krise und Hyperinflation vor allem mit der Einführung des US-Dollars als wichtigste Währung Simbabwes eine Konsolidierung. Im März stimmten die Wähler einer
Verfassungsreform zu.

Der 89-jährige Robert Mugabe klammert sich weiter an die Macht, er regiert Simbabwe seit 33 Jahren mit eisernen Hand. Er ist es auch, der den Wahltermin durchgesetzt hat. Sein Rivale Morgan Tsvangirai hatte vergeblich eine Verschiebung der Wahl beantragt, um mehr Zeit zu haben, freie und faire Wahlen vorzubereiten.