Eilmeldung

Eilmeldung

Schmiergeldskandal in Spanien: Rajoy unter Druck

Sie lesen gerade:

Schmiergeldskandal in Spanien: Rajoy unter Druck

Schriftgrösse Aa Aa

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy gerät in der Korruptionsaffäre immer weiter unter Druck. Sein im Gefängnis sitzender, ehemaliger Schatzmeister Luis Barcenas soll der Zeitung “El Mundo” SMSe zugespielt haben, die zeigen, wie sehr Rajoy ihn immer unterstützt habe, auch als die Justiz bereits gegen ihn ermittelte.

Aus Regierungskreisen verlautete, man zweifle die Echtheit der SMSe an. Barcenas wolle sich rächen, er fühle sich von seinen Parteigenossen und von Rajoy persönlich fallen gelassen. Barcenas befindet sich seit Ende Juni in Untersuchungshaft. Er steht im Mittelpunkt der Affäre um angebliche schwarze Kassen in der Regierungspartei und im Verdacht, auf Auslandskonten 48,2 Millionen Euro versteckt zu haben.

Die spanischen Sozialisten (PSOE) forderten den sofortigen Rücktritt von Ministerpräsident Mariano Rajoy. “Der Regierungschef ist im Amt nicht eine Minute länger tragbar”, sagte Sozialistenchef Alfredo Pérez Rubalcaba.

Barcenas hatte bereits vor seiner Festnahme mit brisanten Enthüllungen gedroht, über die die Regierung stürzen werde.

Ein Vertrauter Rajoys, Carlos Floriano, sagte, der Regierungschef lasse sich nicht von einem mutmaßlichen Verbrecher einschüchtern, durch Erpressungsversuche – ob privat oder öffentlich – komme weder die Partei noch der Regierungschef ins Wanken.

Dutzende Mitglieder der Parteiführung, darunter auch Rajoy, sollen jahrelang von Unternehmern Schwarzgelder erhalten haben. Der Regierungschef und andere ranghohe Parteimitglieder wiesen bisher alle Vorwürfe zurück.