Eilmeldung

Eilmeldung

Israelische Beduinen wehren sich gegen Vertreibung aus der Negev-Wüste

Sie lesen gerade:

Israelische Beduinen wehren sich gegen Vertreibung aus der Negev-Wüste

Schriftgrösse Aa Aa

Hunderte israelische Beduinen haben Be’er Scheva, das als „Hauptstadt der Wüste Negev“ gilt, gegen ihre drohende Umsiedlung demonstriert. Gleichzeitig machten arabische Israelis mit einem Streik gegen die Pläne mobil. Bei der Kundgebung kam es zu Handgemengen, mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Es ist nicht der erste Protest gegen das umstrittene Gesetz, das Ende Juni vom Parlament in erster Lesung gebilligt wurde. Dieses sieht die Zwangsumsiedlung zigtausender Beduinen aus der Wüste Negev im Süden Israels vor. Auch arabische Abgeordnete wie Talab Asana gehen auf die Barrikaden: Es drohe die Räumung von dreißig palästinensischen Dörfern, die Umsiedlung von rund 60.000 Menschen und die Beschlagnahmung von über 800 Quadratkilometern Land, schimpft er. Der Plan stehe für ethnische Säuberung. Die Regierung versuche, ein diskriminierendes, rassistisches Gesetz umzusetzen.

Die Beduinen leben von Ackerbau und Viehzucht in von Israel offiziell nicht anerkannten Dörfern, die schon vor der Staatsgründung existierten. Tausende wurden in den vergangenen Jahrzehnten in eigens für sie geschaffene Städte umgesiedelt, sind dort aber als Nomaden und Landbevölkerung nicht heimisch geworden. Israel will mögliche Landansprüche in der Negev-Wüste durch gezielte Ansiedlung von Israelis, Kultivierung des Landes für den Tourismus und Förderung von Hightech-Unternehmen unterbinden.