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Nationale Empörung im Fall Trayvon Martin


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Nationale Empörung im Fall Trayvon Martin

Eigentlich löst der Tod eines schwarzen Jugendlichen in Amerika keine nationale Welle der Empörung aus. Auch die tödlichen Schüsse auf den 17-jährigen Trayvon Martin im Februar 2012 wurden zunächst nur von der regionalen Presse aufgegriffen.

Doch da der Schütze Zimmerman nach einer kurzen Vernehmung von der Polizei laufen gelassen wurde, starteten Trayvons Eltern eine Petition im Internet, zwei Millionen Menschen unterzeichnet sie sofort. Selbst Präsident Obama zeigte sich betroffen und sagte: “Wenn ich einen Sohn hätte, sähe er so aus wie Trayvon.”

Der Kongress-Abgeordnete Bobby Rush forderte im März 2012: “Die Praxis des “Racial Profiling”, also dass Menschen wegen ihrer Hautfarbe verdächtig sind, muss aufhören. Und nur weil jemand eine Kapuze trägt, ist er noch lange kein Verbrecher.”

Im amerikanischen Kongress gab es Forderungen nach einer besseren Kontrolle der Polizei.
Die Kritik an dem “Stand your Ground”-Gesetz wurde lauter. Danach dürfen US-Bürger, wenn sie sich bedroht fühlen straffrei tödliche Gewalt anwenden und das nicht nur wie früher auf ihrem eigenen Grund und Boden sondern eigentlich überall. Laut Kritikern ein Freibrief für den Todesschützen Zimmerman, der auf Basis dieses Gesetzes sofort nach der Tat freigelassen wurde.

Als der Fall Zimmerman jetzt vor Gericht kam, plädierten dessen Verteidiger nun doch auf normale Notwehr. Der Todesschütze selber erklärte bei einer Tatortbegehung, dass der Jugendliche ihn angegriffen habe. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte Zimmerman die Konfrontation gesucht. Doch Augenzeugen waren zu weit weg von der Szene, um genaue Aussagen machen zu können.

In dem Prozess wurde nie angesprochen, dass der 29-jährige Zimmerman auf Patrouille für eine Bürgerwehr Trayvon nur wegen seiner Hauptfarbe für verdächtig hielt. Die Eltern des getöteten Jugendlichen, der unbewaffnet war, ließen nach der Urteilsverkündung erklären, alle Amerikaner sollten prüfen, was das Land aus dieser Tragödie lernen könnte.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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