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OECD: Trübe Aussichten für den europäischen Arbeitsmarkt

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OECD: Trübe Aussichten für den europäischen Arbeitsmarkt

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Auch im kommenden Jahr wird es am europäischen Arbeitsmarkt wohl keine Entspannung geben – zu diesem Schluss kommt die OECD in ihren jüngsten Bericht, den sie in Paris vorgestellt hat. In den 34 Mitgliedsländern wird die Arbeitslosenquote Ende 2014 demnach bei 7,8 Prozent liegen. Für die Eurozone erwarten die Experten eine Erwerbslosenquote von 12,3 Prozent, wobei die Lage vor allem in Spanien und Griechenland äußerst schwierig bleibt. In Deutschland hingegen soll die Quote sogar auf 4,7 Prozent sinken. Und ein kurzer Blick über den Atlantik zeigt, dass die USA ihre Probleme am Arbeitsmarkt wohl langsam in den Griff bekommen.

Die Maßnahmen der europäischen Regierungen gehen laut OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría dennoch in die richtige Richtung. “Wenn man nach Italien, Spanien oder Portugal schaut, nach Griechenland oder Irland, würde ich sagen: es funktioniert”, meinte er nach der Pressekonferenz. “Einige der größeren Länder, also jene Länder, die nicht unter der Krise leiden, gehen die Umstrukturierungsmaßnahmen langsamer an. Aber damit sie kein Opfer des Drucks der Märkte werden, sollten sie sich beeilen und die Reformen umsetzen.”

Vor allem Jugendliche sind von den Problemen am Arbeitsmarkt betroffen. Gurría sprach von einer “sozialen Tragödie”, die ihren Ursprung in der massiven Ausgabe von Zeitarbeitsverträgen habe. Ältere Arbeitnehmer hingegen haben laut der OECD die Krise besser überstanden als dies in früheren Rezessionen der Fall gewesen sei. “Wegen der Rekorsarbeitslosigkeit mussten die Regierungen auch die Regelungen zum Schutz der Arbeitslosen lockern”, erläutert euronews-Korrespondent Giovanni Magi. “Nur ein Paradox von vielen in einer Krise, deren Auswirkungen noch längere Zeit spürbar sein werden.”