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Fauxpas: Montreux Jazz Festival wirbt mit Foto eines ermordeten Jungen

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Fauxpas: Montreux Jazz Festival wirbt mit Foto eines ermordeten Jungen

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Das Foto des kleinen Grégory Villemin, eines vierjährigen Franzosen, der 1984 tot in den Vogesen gefunden worden ist, ist seit Samstag, dem 13. Juli, im Werbeblatt des Schweizer Jazz-Festivals in Montreux abgebildet. Mit der Anzeige soll auf die zur Verfügung gestellte Kinderbetreuungsstätte aufmerksam gemacht werden.
Ein 20-jähriger Graphiker soll, den Organisatoren zufolge, das Bild ausgesucht und leicht bearbeitet haben. Es sei ihm aber nicht bewusst gewesen, wer darauf abgebildet war.

Jetzt wollen die Eltern des ermordeten Jungen gegen das Festival Anzeige erstatten, berichtete deren Anwalt. „Dass der Fehler von einem unerfahrenen Anfänger begangen worden ist, ist eine schäbige Ausrede. Wir beabsichtigen, dagegen rechtlich vorzugehen und Schadensersatzforderungen zu stellen“, teilte Anwalt Thierry Moser mit. „Anfangs glaubte ich noch an die Aufrichtigkeit der Veranstalter, aber das hat sich mittlerweile geändert. Der begangene Fehler ist unentschuldbar, und wir gehen sogar davon aus, dass es sich um einen gezielten Mediencoup handelt (…).“
Die Exemplare dieser Ausgabe des Montreux Jazz Chronicle wurden sofort eingezogen, nachdem der Fehler bekannt geworden war.
Der Mord an Grégory wurde bis heute nicht aufgeklärt.