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Politisches Drama um kasachische Familie in Italien

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Politisches Drama um kasachische Familie in Italien

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Das Schicksal einer kasachischen Familie bedroht die ohnehin wacklige Regierung in Italien: Innenminister Angelino Alfano beteuert, er habe nichts davon gewusst, dass die Polizei Frau und Kind eines kasachischen Regierungsgegners festnahm und abschob.

Das nimmt ihm die Opposition aber nicht ab: Für Freitag hat sie im Parlament eine Misstrauensabstimmung erwirkt. Verliert der Minister, würde seine Partei wohl die Regierung verlassen.

Der Innenminister wird jetzt auch von seinem bisherigen Bürochef Giuseppe Procaccini belastet, der bei ihm gerade gekündigt hat: Ihm zufolge wusste der Minister sehr wohl über den Fall Bescheid.

Es geht dabei um Muchtar Abljasow, einen Oligarchen, der es sich mit Kasachstans autoritärer Führung unter Staatspräsident Nursultan Nasarbajew verscherzt hat. Bei der
Festnahme während einer Hausdurchsuchung war er nicht dabei; die Polizei nahm seine Frau und seine Tochter mit und setzte sie zwei Tage später in ein Flugzeug, das Kasachstan eigens geschickt hatte.

Italiens Regierung rudert inzwischen zurück: Die Abschiebung sei rechtswidrig gewesen, heißt es nun; die Frau und ihre Tochter hätten entgegen bisherigen Angaben
gültige Papiere gehabt. Die Konsequenz: Die beiden könnten gerne wieder sofort nach Italien zurückkommen – nur dass Kasachstan sie jetzt natürlich nicht mehr zurückreisen
lässt.