Eilmeldung

Eilmeldung

Detroit: von der Industriemetropole zum Jammertal

Sie lesen gerade:

Detroit: von der Industriemetropole zum Jammertal

Schriftgrösse Aa Aa

Detroit, einst eine florierende Industriemetropole, bietet heute ein Bild des Jammers. In den 1950er Jahren hatte die damals viertgrößte Stadt der USA 1,8 Millionen Einwohner, heute sind es noch knapp 700.000. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Autoindustrie verlagerte ihre Standorte, fast 80.000 Gebäude stehen leer. Die öffentlichen Ausgaben wurden drastisch gekürzt. Keine leichte Aufgabe für Sonderfinanzverwalter Kevyn Orr, der seit März versucht, die Stadt vor dem Bankrott zu bewahren – vergeblich. “Ich wäre glücklich über jeden anderen Plan”, sagte er, “angesichts der massiven Probleme. Aber mit 12 Milliarden Dollar an ungesicherten Schulden können wir nicht viel tun.”

Die finanzielle Lage ist desaströs: Orr sprach von “jahrzehntelangem Missmanagement”. Seit 2008 übersteigen die Ausgaben für die städtischen Dienste die Einnahmen jährlich um rund 100 Millionen Dollar, Zinszahlungen belasten das Stadtbudget ebenso wie milliardenschwere Pensionsverpflichtungen. Die Gläubiger der Stadt müssen damit rechnen, dass sie nur einen Bruchteil ihrer Forderungen zurückerhalten. Dennoch übt sich Orr in Optimismus: Er hofft, dass Detroit bis Ende 2014 aus der Insolvenz herauskommt.