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Was tut Marokko für eine bessere Bildung?

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Was tut Marokko für eine bessere Bildung?

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Was halten marokkanische Studenten von ihrem Bildungssystem? Gibt es wirklich eine Ausbildungskrise in Marokko? Was tut die Regierung gegen Analphabetismus und für einen besseren Bildungszugang für Mädchen und Frauen? Was tut sie, um die Sprachbarrieren in dieser multikulturellen Gesellschaft zu überwinden? “Learning World” ging nach Marokko, um das herauszufinden.

Bessere Bildung, bessere Chancen

Die Studentenbewegung für eine Reform des Bildungssystems will etwas bewegen: Die jungen Leute haben konkrete Lösungsvorschläge, um die Situation in ihrem Land zu verbessern. Diese Studentenbewegung entstand spontan im Juli 2012 auf Facebook, nach dem Bericht eines Studenten, der trotz hervorragender Abiturnoten von einer Universität abgelehnt wurde. Die 18-jährige Ouidad und der 19-jährige Abdellah, beides Studenten, stellen dem marokkanischen Bildungssystem ein katastrophales Zeugnis aus.

Um die Probleme im Bildungssektor zu lösen, ging die Regierung eine umfassende Reform an. Ein Beispiel dafür ist die internationale Universität von Rabat: Dort werden die zukünftigen Führungskräfte des Landes ausgebildet. Hoch qualifizierte Dozenten aus aller Welt unterrichten nach Methoden, die internationalen Standards entsprechen.

Mehr Infos im Internet:

http://www.telquel-online.com/Multimedia/Facebook--

http://huza.org/news/de-leducation-de-la-nation-marocaine-matiere-grasse-contre-matiere-grise/

http://www.ibe.unesco.org/National_Reports/ICE_2008/morocco_NR08_fr.pdf

http://www.uir.ma/

Die Landessprache Amazigh erhalten

In jeder mehrsprachigen Gesellschaft kann Sprache eine Bildungsbarriere sein. In Marokko ein besonders heikles Thema. Die Regierung hat einen landesweiten Plan zur Lösung des Problems ins Leben gerufen. Das Land hat zwei offizielle Amtssprachen – eine davon ist Amazigh.

Marokkanischer Dialekt, Französisch, Spanisch, Arabisch oder Amazigh – in den Straßen von Marokko hört man alle möglichen Sprachen von Völkern, die das Land bis heute prägen. Trotz des multikulturellen Lebens ist Marokko offiziell ein arabisch-islamisches Land. Arabisch war bis 2011 die einzige offizielle Landes- und Unterrichtssprache. Dann kam Amazigh dazu, von der man annimmt, dass sie von den Ureinwohnern gesprochen wurde.

Die Lehrerausbildung liegt in der Verantwortung des Königlichen Instituts für die Amazigh-Kultur. Das Institut entwickelt Lehrpläne und legt den Standard der Sprache, in der es verschiedene Dialekte gibt, fest.

Eine Chance für Mädchen

Trotz Bemühungen die Rechte der Frauen zu stärken, gehören die hohe Analphabetenrate und die hohe Schulabbrecherquote unter Frauen zu den größten Problemen des marokkanischen Bildungssystems. Soziale Ungleichheiten und Armut tragen ebenso ihren Teil dazu bei, aber für viele Mädchen aus ländlichen Gebieten ist die nächste Schule einfach zu weit weg. Eine soziale Organisation versucht, zu helfen.

In dieser Schule gehören lernen und wohnen zusammen, das Internat bietet nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung für Mädchen, denen sonst der Schulweg zu weit wäre. Durch verschiedene Aktivitäten wie Theaterspielen oder eine Fremdsprache lernen versucht die Schule, die Mädchen zu selbstbewussten Menschen zu erziehen.

Touria hat den Bau des Hauses mit über einer Millionen Euro auf die Beine gestellt. Aber um den laufenden Unterhalt zu sichern, ist sie weiterhin auf Spenden angewiesen.

Mehr Infos im Internet:

http://www.nytimes.com/2013/04/11/world/middleeast/morocco-slow-to-enforce-laws-on-womens-rights.html?pagewanted=all&_r=0