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Nach Stadt-Pleite: Detroits Rentner fürchten um Pensionen

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Nach Stadt-Pleite: Detroits Rentner fürchten um Pensionen

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Marode Straßen, leerstehende Häuser, hohe Kriminalität und Arbeitslosigkeit. Die Lage der Stadt Detroit ist desolat, und ob der beantragte Gläubigerschutz nun die erhoffte Rettung bringt, ist ungewiss. Zudem macht sich nach der größten Stadtpleite der US-Geschichte Angst breit, vor allem unter denen, die einst als Polizisten oder Feuerwehrleute für diese Stadt tätig waren, und nun um ihre Renten fürchten.

Al Grant vom Rentnerverband Retired Detroit Police & Fire Fighters Association: “Sie haben ein Versprechen abgegeben und können jetzt nicht einfach sagen, vergesst das. Sie haben das Problem lange vor sich her und aufgeschoben und gesagt, das ist nicht mein Problem, ich bin dann nicht mehr im Amt, ich bin dann weg. Ich denke aber, es ist nicht richtig, dass wir nun die Leidtragenden sind, wir haben unsere Pflicht getan.”

Die Big Three, die großen drei Autokonzerne General Motors, Chrysler und Ford machten Detroit seinerzeit groß, doch spätestens seit den Achtzigerjahren ging es bergab. Für den Notfallmanager der Metropole, Kevyn Orr, gibt es keine Alternative zum Gläubigerschutz. Auch, wenn nun womöglich ehemalige Stadtangestellte bluten müssen.

Orr sagte: “Ja, es gibt 9700 Stadtangestellte und um die 20000 städtische Rentner. Aber es gibt auch 700 000 Bürger, die es nicht verdienen, dass die Polizei erst nach 55 Minuten kommt, die es nicht verdienen, dass es Kriminalität gibt, die es nicht verdienen, keine Hoffnung und Zukunft zu haben und weiter Schulden machen zu müssen. Die Insolvenz erlaubt es uns, das Problem zu einem gewissen Grad in den Griff zu bekommen.”

Auf fast 20 Milliarden Dollar belaufen sich die Schulden der Stadt, von den fast zwei Millionen Menschen, die hier in den Fünfzigerjahren lebten, sind kaum mehr 700 000 übrig. Inzwischen hat ein Gericht den Insolvenzantrag zwar für verfassungswidrig erklärt, allerdings soll dagegen Berufung eingelegt werden.

Weiterführende Links

Statement von Michigans Gouverneur Rick Snyder
Der Insolvenzantrag