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Brasilien: Papstbesuch von Demonstrationen begleitet

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Brasilien: Papstbesuch von Demonstrationen begleitet

Brasilien: Papstbesuch von Demonstrationen begleitet
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In Rio de Janeiro ist Papst Franziskus von einer begeisterten Menschenmenge empfangen worden. Seine erste Auslandsreise widmet der Pontifex vor allem der Jugend. Im Gepäck hat er eine deutliche Botschaft gegen soziale Ausgrenzung und “die Ungerechtigkeit der Ungleichheit”, wie Franziskus sagte.

In seiner Maschine hatte er 70 Journalisten im Schlepptau. Er erklärte ihnen den Sinn seiner Reise. “Wir laufen Gefahr, dass eine Generation, nie über Arbeit verfügt. Doch mit der Arbeit kommt die Würde des Menschen, wenn sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Junge Menschen sind heute in der Krise”, mahnte Franziskus.

Der Papst ist Träger einer betont sozialen Botschaft, genau wie die Regierung Brasiliens. Dieser ist es gelungen seit 2003 fast 28 Millionen Menschen von der Armut zu befreien. Und dennoch steht das Land vor vielen Herausforderungen, betonte Präsidentin Dilma Roussef : “wir wissen, dass wir uns neuen Herausforderungen stellen müssen und unsere Realtät weiter verbessern müssen. Das war das Gefühl, das vor kurzem Hunderttausende von jungen Menschen auf die Straße trieb.”

Doch auf den den Strassen demonstrierten die jungen Leute auch gegen die hohen Kosten des Papstbesuchs. Mehr als 420 Millionen Euro, die von den brasilianischen Steuerzahlern getragen werden müssen. “Es ist schön, dass der Papst hier ist. Doch wir nutzen jetzt die Chance, die internationale Presse auf unsere Themen aufmerksam zu machen”, sagte eine junge Demonstrantin.

Angekündigte Preissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr hatten im Juni die größten Demonstrationen seit 20 Jahren in Brasilien ausgelöst. Rund eine Million Menschen waren in mehr als 100 Städten auf die Straßen gegangen. Sie demonstrierten auch gegen die Korruption und die mieserablen Leistungen der öffentlichen Verwaltung. Brasilien, mittlerweile 6. größte Wirtschaftsmacht der Erde, gibt gleichzeitig über 20 Milliarden Euro für die Fussballwltmeisterschaft im kommenden Jahr und die olympischen Spiele 2016 aus.