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Letzte Chance Nazi-Verbrecher zu jagen

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Letzte Chance Nazi-Verbrecher zu jagen

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Das Simon-Wiesenthal-Zentrum sucht mit einer Plakataktion die letzten lebenden Nazi-Verbrecher in Deutschland. Unter dem Motto “Spät, aber nicht zu spät” wurden in Berlin, Hamburg und Köln rund 2000 Plakate aufgehängt. Hintergrund der Kampagne ist das Urteil aus dem Jahr 2011 gegen den ehemaligen KZ-Aufseher John Demjanjuk. Für den Chef des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Efriam Zuroff, der entscheidende Punkt: “dieses ist sehr wichtig, denn jetzt genüge der Nachweis, dass jemand in einem Vernichtungslager oder mobilen Mordkommando diente, wie Demjanjuk in Sobibor. Diese könnten jetzt einfacher vor Gericht gebracht werden und mindestens wegen Beihilfe zum Mord verurteilt werden.”

Bis zu 25.000 Euro Belohnung sind für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung noch lebender Täter führen. Der deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn kritisierte das Kopfgeld hingegen als “pietät- und schamlos”.

Simon-Wiesenthal-Chef Zuroff schätzt die Zahl der noch lebenden Nazi-Verbrecher in Deutschland auf mindestens 60. Ihr hohes Alter dürfte sie nicht vor Verfolgung schützen, denn sie hatten auch kein Mitleid mit ihren Opfern., betonte Zuroff.