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Muslimbrüder kündigen Massenproteste gegen Al-Sisi an

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Muslimbrüder kündigen Massenproteste gegen Al-Sisi an

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Ägyptens Armeechef Generaloberst Abdel Fattah al-Sisi hat am Mittwoch zu landesweiten Protesten gegen Gewalt und Terror aufgerufen. Al-Sisi, der in der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister ist, forderte bei der Abschlussfeier der Militär-Akademie das Volk dazu auf, so zu zeigen, dass es hinter der Übergangsregierung stehe.

“Ich rufe die Ägypter auf, am Freitag auf die Straße zu gehen, um uns das Mandat dafür zu geben, dass wir gegen Gewalt und Terrorismus vorgehen. Wir haben niemand betrogen, auch nicht den ehemaligen Präsidenten. Dem habe ich gesagt, dass die ägyptische Armee allen Ägyptern gehört”, sagte Al-Sisi.

Seit der Absetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär kommt es regelmässig zu Massenprotesten, die immer wieder in Gewalt ausarten.

Die Muslimbruderschaft kündigte nach Al-Sisis Rede umgehend an, am Freitag ihrerseits Millionen Anhänger auf die Straße zu bringen. Al-Sisi versuche die ägyptische Armee zu spalten, kritisierte Mohamed Mansour, Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi: “Al-Sisi versucht von Außen Ägyptens Armee in Anhänger und Gegner zu spalten. Genau das, was auch in Syrien und im Jemen passierte. Doch hier wird das nicht funktionieren, denn es ist eine Volksarmee, das hat sie bereits bewiesen. Sie ist weder Al-Sisis, noch Mubaraks Armee.”

Mit der beidseitigen Massenmobilisierung droht Beobachtern zufolge eine weitere Zuspitzung der Gewalt. Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Polizeiwache in Al-Mansura im Nildelta wurde ein Polizist getötet. Im Norden des Sinai fiel ein Armeesoldat dem Angriff bewaffneter Extremisten zum Opfer.