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Ägypten vor weiteren Großkundgebungen beider Seiten

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Es wird in Ägypten noch mehr demonstriert werden: Der Armeechef, der auch Verteidigungsminister und erster Vizeregierungschef ist, hat für morgen zu Großkundgebungen aufgerufen. Die Ägypter sollten auf die Straße gehen,
sagt Abdel Fattah Sisi, um ihm das Mandat und die Vollmacht zu geben, Gewalt und Terrorismus zu beenden. Was genau er darunter versteht, ist unklar.

Seine Gegenspieler von der Moslembruderschaft kündigen nun ihrerseits für morgen ebenfalls wieder Kundgebungen an. Der Aufruf des Armeechefs, sagt ihr Sprecher Gehad Haddad, sei ein Aufruf zum Bürgerkrieg.
Er führe zum Blutbad, unter dem falschen Deckmantel der Unterstützung durch das Volk.

Der Generalstaatsanwalt ordnete jetzt die Verhaftung von neun führenden Islamisten an – darunter laut der Zeitung “Al-Ahram” auch der Chef der Moslembrüder, Mohammed Badie. Ihnen werde Anstachelung zur Gewalt vorgeworfen.

Die Armee hatte Staatspräsident Mohammed Mursi Anfang des Monats gestürzt und hält ihn seitdem an unbekanntem Ort gefangen. Die USA möchten bisher jedoch nicht von einem Staatsstreich sprechen, weil sie dann automatisch ihre beträchtliche Militärhilfe einstellen müssten – rund eine Milliarde Euro pro Jahr.

Jetzt ist aber zumindest fürs erste die schon länger vereinbarte Lieferung von vier Kampfflugzeugen des Typs F-16 abgesagt: Das amerikanische Verteidigungsministerium nennt eine Lieferung zur Zeit “nicht angemessen”, angesichts der unübersichtlichen Lage in Ägypten. Ende des Jahres wären acht weitere Flugzeuge fällig; was daraus wird, ist unbekannt.