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Tunesien: Trauer und Wut nach Ermordung von Oppositionspolitiker


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Tunesien: Trauer und Wut nach Ermordung von Oppositionspolitiker

In Tunesien haben Unbekannte den Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi ermordet. Brahmi gehörte zu den schärfsten Kritikern der islamistischen Regierungspartei Ennahda. Er stammte aus der Stadt Sidi Bouzid, dem Ursprungsort des sogenannten Arabischen Frühlings. Brahmi wurde 58 Jahre alt. In der Verfassungsgebenden Versammlung war er Teil des linken Lagers, er trat für die Trennung von Staat und Religion ein. Nach der Tat gab es landesweit Proteste.

Erst vor sechs Monaten brachten Islamisten den Oppositionspolitiker Chokri Belaid um, daher vermuten viele nun, dass auch Brahmi Opfer von Islamisten wurde.

Brahmis Sohn sagte: “Mohamed Brahmi starb für sein Land. Und ihr, Tunesier, müsst ebenfalls sterben, wofür er gestorben ist. Mehr kann ich nicht sagen.”

Der Parlamentarier Numen el-Fehri meinte: “Ausgerechnet am Gedenktag der Republikgründung schleichen sich Kriminelle zu seinem Haus und bringen unseren Bruder Mohamed Brahmi um. Diese Milizionäre töteten ihn mit Kugeln in den Kopf und Bauch.”

Die Ennahda verurteilte in einer Mitteilung “dieses abscheuliche Verbrechen aufs Schärfste”. Der Mord sei nicht nur ein Angriff auf Brahmi, sondern auf den gesamten demokratischen Übergangsprozess.

Brahmi wurde auf der Straße vor seinem Haus in einem Vorort der Hauptstadt Tunis vor den Augen seiner Frau erschossen. Insgesamt sollen die Täter, die auf einem Moped wegfuhren, elfmal auf ihn geschossen haben.

Mit dpa, Reuters

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