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Anspannung in Kiew vor dem Besuch des russischen Präsidenten

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Anspannung in Kiew vor dem Besuch des russischen Präsidenten

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Die Anspannung in Kiew steigt, vor dem 1025. Jahrestag der Taufe Russlands. Denn an dem Ereignis wird auch Russlands Präsident Wladimir Putin teilnehmen.

Ukrainische Nationalisten haben sich am Donnerstag vor der russischen Botschaft in Kiew versammelt, um gegen die russische Politik gegenüber der Urkaine und den Besuch zu protestieren. Dabei könnten jedoch wichtige Themen besprochen werden – zum Beispiel die Gründung eines Gastransport-Konsortiums. Und die Teilnahme der Ukraine an der Zollunion zwischen Russland, Weissrussland und Kasachstan. Das gesetzlich festgelegte Ziel des Landes ist jedoch die Mitgliedschaft in der EU.

Trotzdem sollte das Land die Zollunion nicht ablehnen, findet dieses Mitglied der Partei der Regionen:

Volodymyr Oliynyk: “Wir glauben, dass unsere Interessen überall vertreten werden sollten. Nicht nur in der EU, sondern auch in der Zollunion, wo unsere ökonomischen und kulturellen Interessen liegen. Wir sollten das nicht ablehnen.”

Russisches Gas und sein Preis für die Ukraine haben schon seit jeher zu schwierigen Verhandlungen geführt. 2009 ging das soweit, dass EU-Länder fast kein Gas mehr erhalten hätten und die damalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko ein umstrittenes Gas-Abkommen unterzeichnete.

Deswegen sollte die Ukraine politische Zugeständnisse machen, und zum Beispiel die Pacht im Hafen von Sewastopol verlängern, Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte – im Austausch für niedrigere Gaspreise. Oder der Zollunion beitreten. Der frühere ukrainische Außenminister:

Borys Tarasyuk:
“Auf politischer Ebene gab es immer Versuche, die Ukraine Russland unterzuordnen. Deshalb wurden verschiedene geopolitische Projekte ins Leben gerufen, wie die Eurasische Union oder eben die Zollunion.”

Beobachter sagen, dass die Ukraine versucht, zwischen Russland und dem Westen ein Gleichgewicht zu wahren, ohne sich zu sehr zu binden. Nach letzten Umfragen befürworten 42 Prozent der Ukrainer eine Integration in die EU, 31 Prozent die Zollunion. 13 Prozent meinen, die Ukraine sollte nirgendwo beitreten.