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Tanztreffen in Kalamata feiert die Vielfalt

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Tanztreffen in Kalamata feiert die Vielfalt

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So viele unterschiedliche Stile wie möglich, lautete von Anfang an das Motto des Internationalen Tanzfestivals in der südpeloponnesischen Stadt Kalamata. Neunzehn Jahre nach seiner Gründung hat es sich zu einem der wichtigsten Tanzevents des Landes gemausert, mit einer grenzübergreifenden Mischung, die ein breites Publikum anlockt, bestätigt die künstlerische Leiterin Vicky Marangopouloy.
“Das Kalamata Tanzfestival hat sich in all den Jahren unablässig darum bemüht, den Zuschauer mit den wichtigsten Choreografen der zeitgenössischen Tanzszene vertraut zu machen. Diese Choreografen sind inzwischen Teil der Tanzgeschichte. Wir laden aber auch junge Künstler ein, die wir vorher sorgfältig auswählen. Wir glauben, dass diese Künstler in ein paar Jahren ebenfalls bekannt sein und ihrerseits das aktuelle zeitgenössische Tanzgeschehen prägen werden.”

Qudus Onikeku stammt aus Nigeria und lebt in Frankreich. In seiner Choreografie “STILL/Life” verarbeitet er das Spannungsverhältnis zwischen armen Ländern und dem reichen Westen. Eine starke und ergreifende Choreografie, bei der der Tänzer seinem Körper nahezu das Äußerste abverlangt.

Qudus Onikeku: “Es geht um die Auseinandersetzung des Einzelnen mit der sich stets wiederholenden Geschichte und wie wir das verarbeiten.Es ist wie die Geschichte eines Mannes, der stolpert, sich wieder erhebt, hinfällt und wieder aufsteht. Still/Life ist der zweite Teil einer Trilogie über Einsamkeit, Tragödie und Erinnerung.”

“Exposition universelle” heißt die Choreografie des Franzosen mit algerischen Wurzeln Rachid Ouramdane. Kein Tanzstück, wie er selbst definiert, sondern eine Collage aus Objekten, Körpern, Licht und Ton.
Eine schwingende Lampe, ein steifer, sich verdrehender Körper, fast wie beim Verhör.

Rachid Ouramdane: “Dieses Projekt, das wir vor zwei Jahren für das Festival von Avignon schufen, versucht zu analysieren, wie sich unterschiedliche Kunstströmungen von politischen Ideologien vereinnahmen ließen. Es geht um die zwiespältige Beziehung, die der Tanz zu bestimmten Epochen zu Realismus, Sozialismus oder Nazismus unterhielt.”

Ein Stück Tanzgeschichte ist die Choreografie “What the Body Does Not Remember” von Wim Vandekeybus und seiner Kompanie Ultima Vez. Vor 25 Jahren schuf der Belgier die bis heute bahnbrechende Choreografie.

Wim Vandekeybus: “Über das Thema gibt es viele große Theorien. Aber wenn ich zurückschaue, ist es eigentlich ziemlich simpel. Es geht um den Instinkt, um Reflexe. Um die Reaktionen des Körpers … So wie mein Sohn gerade, er denkt nicht lange nach, sondern kommt einfach zu mir, genau darum geht es im Stück!”

“In den vergangenen 19 Jahren hat sich Kalamata international etabliert”, berichtet euronews-Reporter Yorgos Mitropoulos. “Renommierte Ensembles aus Griechenland und dem Rest Welt zeigen jedes Jahr im Juli neue, spannende Produktionen.”