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Klima der Angst in Kairo: Viele Tote und Verletzte

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Klima der Angst in Kairo: Viele Tote und Verletzte

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Ägypten hat erneut eine gewaltsame Nacht erlebt. Die Muslimbrüder sprechen von mindestens 70 Toten allein in Kairo.Sicherheitskräfte hätten gezielt auf Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi geschossen. Demonstranten seien an Kopf und Brust getroffen worden. Die Polizei sei erst mit Tränengas gegen die Mursi-Anhänger vorgegangen, dann habe sie aus nächster Nähe geschossen. Nach Angaben der Muslimbruderschaft wurden bei den Protesten mehr als 1000 Menschen verletzt.

Viele schwere Fälle werden in der Nähe der Rabaa-al-Adawija-Moschee in einem Feldlazarett behandelt. Der leitende Arzt sagte:
“Alle Fälle, die wir hier behandeln, sind ernst. Wenn sie nur zwei Minuten bei mir bleiben, werden sie sehen, dass wir einen Märtyrer mehr haben. Alle hier wurden angeschossen. Kommen Sie, sehen sie sich die Verletzung dieses Märtyrers an, auf ihn hat ein Scharfschütze geschossen.”

Die Anhänger des ehemaligen Staatschefs wollen so lange protestieren bis Mursi wieder eingesetzt wird. “Wir sitzen hier ganz friedlich. Wir haben das Recht einen Präsidenten, ein Parlament und eine Verfassung zu wählen. Das Militär hat allerdings nicht das Recht, uns plötzlich eine Regierung und eine Verfassung aufzuzwingen.”

Die nächste Konfrontation ist schon vorprogrammiert, denn die neue Regierung will den Platz vor der Rabaa-al-Adawija-Moschee räumen lassen. Heute läuft zudem das Ultimatum des Militärs ab. Demnach soll die Muslimbruderschaft erklären, dass sie sich am politischen Versöhnungsprozess beteiligen wird.

Unserem Korrespondenten zufolge herrscht in Kairo ein Klima der Angst: “Die 48-Stunden, die das Militär für eine nationale Versöhnung anberaumt hat, sind noch nicht abgelaufen. Doch die Lage verschlimmert sich zusehends. Auf dem Platz vor der Rabaa-al-Adawija-Moschee fanden blutige Zusammenstöße statt. Viele haben Angst und fürchten das Schlimmste.”