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Krise in Tunesien: Trauer und Wut nach Brahmis Beerdigung

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Krise in Tunesien: Trauer und Wut nach Brahmis Beerdigung

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Nach dem Staatsbegräbnis für den Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi sind die Menschen in Tunesien erneut auf die Straße gegangen. In ihre Trauer mischte sich Wut, sie machen die regierenden Islamisten für den Mord mitverantwortlich und fordern den Rücktritt der Regierung. Selma Baccar, eine Abgeordnete der Opposition, erklärte: “Wir haben das Recht hier zu sein. Wir haben uns vor zwei Stunden versammelt und wir sind immer noch hier.”

Oppositionelle und Anhänger der Islamisten gingen teilweise aufeinander los. Der Polizei gelang es, die beiden Gruppen zu trennen. Die Anhänger der islamistischen Regierung skandierten immer wieder: “Die Nation ist muslimisch, der Islam ist die Lösung.” Die Oppositionellen auf der anderen Seite sagten, sie seien in der Mehrzahl und hätten nicht vor aufzugeben. Eine Demonstrantin sagte: “Wir kämpfen für unsere Rechte. Wir sind hierher gekommen, um die Rechte der Märtyrer zu verteidigen, die für uns gestorben sind. Wir wollen, dass unsere Kinder unter besseren Bedingungen aufwachsen.”

Brahmi war gestern auf dem Friedhof El-Jellaz beigesetzt worden. Er ruht neben dem Oppositionspolitiker Chokri Belaid, der ebenfalls ermordet wurde. Beobachter fürchten, dass Tunesien im Chaos versinkt.