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Kein Haftbefehl gegen Todeslokführer

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Kein Haftbefehl gegen Todeslokführer

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Gegen den Lokführer des Unglückszuges von Santiago de Compostela wird kein Haftbefehl erlassen. Der zuständige Untersuchungsrichter ordnete nach einer zweistündigen Vernehmung an, dass der 52-jährige gegen Auflagen freigelassen wird. Ihm wurde der Reisepass abgenommen, außerdem muss er sich wöchentlich bei der Justiz melden. Gegen den Lokführer läuft ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung. Bei der Vernehmung räumte der Lokführer ein, unvorsichtig gewesen zu sein.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der Lokführer am Mittwochabend wenige Kilometer vor der Einfahrt in den Bahnhof des Wallfahrtsortes Santiago mit 190 Kilometern pro Stunde in eine Kurve gerast. Die Höchstgeschwindigkeit war dort auf 80 Kilometer in der Stunde festgesetzt. Die Lokführer-Gewerkschaft ist der Auffassung, dass der Übergang von der Hochgeschwindigkeits- auf die Normalstrecke ungeeignet ist.

Am Abend findet in der Kathedrale von Santiago de Compostela ein Requiem für die Opfer statt. An dem Trauergottesdienst nehmen Ministerpräsident Mariano Rajoy, der Prinz von Asturien und die Infantin Elena, die älteste Tochter von König Juan Carlos teil.