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Nahost: Proteste vor geplanten Gesprächen

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Nahost: Proteste vor geplanten Gesprächen

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Nach drei Jahren Eiszeit in den Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern sind für heute in Washington erste Vorgespräche angesetzt. Am Vorabend kam es auf beiden Seiten zu Protesten. In Israel demonstrierte die Menge gegen die angekündigte Freilassung von 104 palästinensischen Häftlingen:

ELIYAHU NISSIM, israelischer Demonstrant:

“Man kann keine mordenden Terroristen freilassen. Für die Hinterbliebenen und die Israelis ist das ein Schlag ins Gesicht. Es darf nicht sein, dass Täter, die unschuldige Männer, Frauen und Kinder ermordet haben, entlassen werden und als Helden dastehen. Sie werden wieder für Terror sorgen.”

Die angekündigte Freilassung der Langzeithäftlinge ist ein Zugeständnis der israelischen Regierung. Sie waren eine große Hürde auf dem Weg zu Friedensgesprächen. Dennoch protestierten auch Palästinenser gegen deren Neuaufnahme. Israel sei ihr Feind, riefen Demonstranten in Ramallah.

KHALIDA JARAR von der Volksfront für die Befreiung Palästinas:

“Die Menschen wollten ein politisches Signal aussenden. Sie sind gegen die Friendsverhandlungen. Die andauernde Unterdrückung des Rechts auf freie Meinungsäußerung ist inakzeptabel und wird sie nicht stoppen.”

Das heutige Treffen von Vertretern der Konfliktparteien in Washington ist das Ergebnis monatelanger Vermittlungsversuche von US-Außenminister John Kerry. Nun sollen Israelis und Palästinenser in ersten direkten Gesprächen die Grundlage für einen Neustart der Friendsgespräche schaffen.