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Seine Gesundheit mit dem Smartphone checken

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Seine Gesundheit mit dem Smartphone checken

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Noch macht es den Eindruck von Science-Fiction, aber, so sieht die medizinische Behandlung der Zukunft aus:

Kardiologe Dr. Eric Topol:

“Legen Sie ihre Finger hierhin, wir schauen uns das EKG zusammen an. Der Rhythmus ist perfekt.”

Diesem amerikanischen Arzt reichen ein Sensor und ein Smartphone für die Untersuchung:

“Die Finger auf dem Sensor sind in einem Kreislauf mit seinem Herzen verbunden. Die Daten werden drahtlos übertragen.”

Mit einem Sensor am Finger, um den Sauerstoff im Blut zu bestimmen, geht die Untersuchung weiter. Der Patient hatte vor Kurzem eine Herzoperation.

Dr. Eric Topol:

“Anstatt Geräte für 3000 Dollar in einem Krankenhaus zu nutzen – das kostet es, manchmal sogar bis zu 7000 Dollar – nutzt man einfach sein Smartphone mit dieser App.”

Dr. Eric Topol entwickelte selbst einige Medizin-Apps:

“Jeder Arzt sollte sich fortbilden. Das ist ein echtes Stethoskop. Was wir heute benutzen, ich weiß nicht, warum ich es überhaupt noch habe, ist ein herkömmliches Stethoskop. Es ist überflüssig.”

Der Kardiologe ist überzeugt davon. Er verschreibt mehr Smartphone Apps als Medikamente. Damit kann er seine Patienten auch aus der Ferne überwachen. Ein Vorteil für Kranke wie Bill Sousa, der mehr als eine Stunde entfernt vom Krankenhaus wohnt. Zweimal täglich überprüft der 70-Jährige seinen Blutdruck mit seinem Tablet.

Patient Bill Sousa:

“Er ist zu hoch! Die App schickt die Daten automatisch jede Woche zu meinem Arzt. Das ist alles, was ich tun muss.”

Dieses Gerät kostet ein paar Hundert Euro. Ein günstiger Preis in einem Land, in dem medizinische Behandlungen ein Vermögen kosten.

Bessere Behandlung, Zeit und Geld Sparen – daran arbeitet auch dieses Unternehmen in San Diego Kalifornien. In der Zukunft reicht es, an dieses kleine Gerät angeschlossen zu werden. Es wurde bereits in einigen Krankenhäusern getestet. Es zeigt alle Vitalfunktionen des Patienten: seine Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Hauttemperatur.”

Und der Arzt kann seinen Patienten mit seinem Smartphone in Echtzeit überall überwachen, egal wo er ist.

Garry Manning, Soterra Wireless:

“Man bekommt die Informationen sofort, sodass man sehr schnell Entscheidungen treffen kann. Damit können wir, wie andere Unternehmen auch, dem Patienten frühzeitig eine Verschlechterung seines Zustands vorhersagen.”

Den Menschen ihre medizinische Zukunft voraussagen, daran arbeiten die Hersteller. Dr Topol ist davon überzeugt, dass man bald durch diesen Sensor, der auf oder in der Haut liegt, Krankheiten entdecken kann.

Dr. Eric Topol:

“Eines Tages, vielleicht in fünf Jahren, haben wir winzige Nano-Sensoren im Blut. Sie entdecken Krebszellen, sobald sie im Blut auftauchen.”

Sie sind in der Lage, eine Diagnose zu stellen. Können diese Geräte in Zukunft auch den Arzt ersetzen? Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig:

Ihr Sohn hat einen Hautausschlag. Das Gerät macht eine Diagnose, sagt es ist nichts Schlimmes und verschreibt etwas Ruhe.

Ihre Tochter fühlt sich nicht gut. Ein Sensor misst ihre Körpertemperatur und kann auch eine Urinprobe analysieren. Die App rät, so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu gehen und zeigt auch das nächstgelegene an.

Science-Fiction? Nicht wirklich. Denn diese Geräte sollen ab März 2014 im Handel sein. In der Werbung heißt es: “Wir geben Menschen die Möglichkeit, ihren Körper wie ihre E-Mails zu checken.” Es ist faszinierend, aber auch beängstigend, wie schnell und einfach man den eigenen Gesundheitszustand überprüfen kann.