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Simbabwe: Mugabe vor weiterer Amtszeit

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Simbabwe: Mugabe vor weiterer Amtszeit

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Simbabwe wählt diesen Mittwoch einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Nach fünf Jahren Einheitsregierung werden dem mit eiserner Hand herrschenden Präsidenten Robert Mugabe und seiner Partei Zanu-PF die größten Chancen auf einen Sieg vorausgesagt. Vor seinen Anhängern versprach er zum Abschluss des Wahlkampfes die Schaffung von zwei Millionen neuen Jobs in den kommenden fünf Jahren. Gleichzeitig attackierte er den Westen scharf: “Sie sind überrascht, dass Simbabwe nicht unter der schweren Last der Sanktionen zusammen gebrochen ist. Aber wir brechen nicht zusammen, niemals.” Auf der anderen Seite kämpft Mugabes Erzrivale Minsterpräsident Morgan Tsvangirai mit seiner ‘Partei für den Demokratischen Wandel’ MDC. Er will das zum Armenhaus Afrikas verkommene Land wieder aufbauen, vor allem mit der Aufnahme internationaler Beziehungen. Vor Tausenden Anhängern rief er: “Wir wollen aufbauen, nicht zerstören, Wir wollen uns auf die Probleme konzentrieren, die die Menschen hier betreffen. Wir sollten Investoren willkommen heißen, einheimische wie internationale, statt sie zu schikanieren. Dieser Rassismus muss in Ende haben.” In der einstigen Kornkammer Afrikas sind heute fast 2 Millionen Menschen auf internationale Lebensmittelhilfen angewiesen. Seit der gewaltsamen Vertreibung weißer Farmer im Jahr 2000 ging es steil bergab. Simbabwe gehört mittlerweile zu den korruptesten Ländern der Welt. Die Arbeitslosigkeit beträgt unabhängigen Schätzungen zufolge etwa 85 Prozent. Eine astronomische Hyperinflation konnte durch die Aussetzung der Landeswährung gebremst werden. Bezahlt wird inzwischen mit dem Euro, Dollar und südafrikanischen Rand. Der Politikwissenschaftler Takura Zhangazha meint vorsichtig optimistisch: “Ein Wahlsieg von Präsident Mugabe würde auf jeden Fall bedeuten, dass die Wirtschaftssanktionen und die internationale Isolation andauern werden. Gleichwohl gibt es in Bezug auf die Wirtschaft und ausländische Investoren Anzeichen dafür, dass der Westen möglicherweise zu Gesprächen und der Wiederaufnahme von Wirtschaftsbeziehungen und Investitionen bereit ist. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Wahlen frei und fair ablaufen.” Doch die Wahlvorbereitungen sind nach Ansicht von Bürgerechtsgruppen und Opposition äußerst chaotisch. Schon beim vorgezogenen Urnengang von etwa 87 000 Staatsbediensteten sei es zu erheblichen Unregelmäßigkeiten gekommen.