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Bradley Manning, ein Präzedenzfall?

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Bradley Manning, ein Präzedenzfall?

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Im April 2010 wird ein Video öffentlich, das zeigt, wie beim Angriff eines US-Militärhubschraubers im Irak etwa ein Dutzend Zivilisten getötet wurden. Die Aufnahmen aus dem Jahr 2007, die der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt worden waren, sorgen weltweit für Schlagzeilen. Bereits im Mai 2010 wird der US-Soldat Bradley Manning in Bagdad festgenommen. Der Geheimdienst-Analyst gibt zu, Dokumente aus Computern gezogen und WikiLeaks zur Verfügung gestellt zu haben. Im Dezember des gleichen Jahres beginnt die juristische Aufarbeitung des Falles mit einer Anhörung im Militärstützpunkt Fort Meade bei Washington. Manning soll Hunderttausende vertrauliche Dokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan an WikiLeaks weitergegeben haben. Julian Assange, bezeichnet Manning als die bedeutendste journalistische Quelle der Welt. Der Gründer der Internetplattform selbst wird wegen Vergewaltigungsvorwürfen gesucht, er flieht in die Botschaft Ecuadors in London. Teile der Öffentlichkeit der USA unterstützen Manning, der im Februar 2012 vor ein Militärgericht gestellt wird. Im Juni dieses Jahres schließlich beginnt der Prozess gegen den 25-jährigen Obergefreiten. Es ist das erste große Verfahren gegen einen sogenannten Whistleblower und könnte als Präzedenzfall für weitere Enthüller dienen, darunter Assange und den von den USA als Verräter gejagten Computerspezialisten Edward Snowden.